Wechseljahrsbeschwerden: Tipps und Info’s

Wirksame Strategien gegen Wechseljahrsbeschwerden

Wechseljahre
Frauen in der Blüte ihres Lebens (Bild: Jill111 – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Wem Wechseljahrsbeschwerden so richtig plagen, der braucht nicht zuletzt eine große Portion Humor und Sportsgeist. Warum Humor? Stellen Sie sich vor, Sie halten als gestandene Frau einen Vortrag vor circa dreißig Kollegen und bekommen aus dem Nichts eine Hitzeattacke, der Schweiß rinnt Ihnen in Sturzbächen am Gesicht und Körper entlang.

Dann so zu tun als wäre nicht’s, ist kaum möglich, und macht die Situation für alle nur noch unangenehmer. Die bessere Strategie ist ein offener Umgang mit dem Problem, und die Situation mit Humor, Selbstironie und Souveränität wegstecken.

Die Wechseljahre einer Frau

Das Leben einer Frau wird von verschiedenen hormonellen Phasen geprägt. Den Wechsel von einer Phase in die andere bezeichnet man als Wechseljahre. So durchlebt eine Frau ihre ersten Wechseljahre mit der Pubertät. Ebenso eine Phase der hormonellen Umstellung ihres Körpers, in welcher dieser massiv Geschlechtshormone produziert.

Auch diese Phase, in der das Mädchen zur Frau wird, ist von Wechseljahrsbeschwerden geprägt. So können Hautprobleme wie Akne, Gewichtsprobleme, und starke Stimmungsschwankungen der werdenden Frau und deren Umfeld das Leben schwer machen.

Was sind Wechseljahrsbeschwerden?

Als, genau genommen die zweiten Wechseljahre (Klimakterium), wird der Zeitabschnitt vor und nach der Menopause (altgriechisch für das „Aufhören der Monatsblutungen“) bezeichnet. Die meisten Frauen befinden sich zwischen dem 48. und dem 53. Lebensjahr in den Wechseljahren. Es gibt aber auch nicht wenige Frauen, welche schon mit Anfang vierzig die ersten Wechseljahrsbeschwerden bekommen. Auch die Dauer der Wechseljahre, und der damit oft einhergehenden Beschwerden, dauern bei jeder Frau unterschiedlich lang an.

Spätestens mit der Menopause, also mit der Wegbleiben der Monatsblutung, enden auch die Beschwerden. Während der Wechseljahre nimmt bei Frauen die Hormonproduktion von Östrogen ab. Die Monatblutungen werden unregelmässiger und immer schwächer, bis sie letztlich ganz wegbleiben. Der Begriff Wechseljahrsbeschwerden umfasst eine Anzahl von Symtomen und Beschwerden, welche auf Grund der Hormonumstellung aufteten können.

Nicht jede Frau leidet unter Wechseljahrsbeschwerden. Manche verspüren nur minimale körperliche Symtome, andere leiden wiederum mehr an psychischen Beschwerden, wie depressiven Episoden, und es gibt auch Frauen, welche gar keine Symptome verspüren. Studien zu dieser Lebensphase der Frau und im Speziellen zum Thema „Wechseljahrsbeschwerden“ zeigen offensichtlich auch, dass die Warnehmung der Beschwerden kulturell geprägt ist. Mehr Informationen zu dieser Studie lesen Sie hier: Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Diagnosestellung

Frühe Anzeichen, dass eine Frau sich in den Wechseljahren befindet, sind Zyklusstörungen. Unregelmässige und unterschiedlich lang andauernde Monatsblutungen, mit unterschiedlich starker Ausprägung. Schmierblutungen zwischen den Zyklen. Diese Anzeichen, in Kombination mit den klassischen Hitzewallungen, einhergehend mit dem passenden Alter der Frau, sind ziemlich sichere Hinweise.

Der Besuch beim Frauenarzt schafft Klarheit. Einerseits, kann das Gespräch mit dem Gynäkologen weitere Hinweise zur Diagnose liefern. Wichtige Details können beispielsweise Informationen zu Ihren hormonellen Verhütungsmethoden, eventuellen gynäkologischen Operationen, Lebensgewohnheiten, berufliche oder private Probleme, der Konsum von Genussmitteln, oder auch Übergewicht liefern.

Wechseljahrsbeschwerden
Hormonelle Verhütungsmethoden (Bild: GabiSanda – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Durch eine genaue gynäkologische Untersuchung kann Ihr Arzt, auf Grund von Veränderungen der Gebärmutter und der Scheide, die Diagnose sichern. Eine Ultraschalluntersuchung der inneren Geschlechtsorgane, sowie ein Abstrich vom Muttermund, gehören meist auch zur Untersuchung. Des Weiteren, wird eine mögliche Schwangerschaft ausgeschlossen. Eine Blutuntersuchung und die genaue Bestimmung des relevanten Hormonspiegels kann eine Diagnose noch erhärten.

Körperliche Wechseljahrsbeschwerden

Die ersten Anzeichen für die Wechseljahre, sind meist Unregelmäßigkeiten der Zyklusdauer. Die Abstände zwischen den Monatsblutungen werden länger, die Blutungen oft heftiger, fallen manchmal aber auch komplett aus, oder, zwischen den Zyklen treten Schmierblutungen auf. Die Schleimhäute der Vagina werden trockener, was zu Schmerzen beim Geschlechtsakt führen kann. Der Verlust der Libido wird nicht zuletzt auch dadurch verstärkt.

Durch den stetig sinkenden Östrogenspiegel verliert der Beckenboden an Spannung, was zu einer Blasenschwäche führen kann, und plötzlichen Harnverlust, beim Niesen oder Husten, zur Folge hat. Da sich die Schleimhäute immer mehr zurückbilden, treten auch gehäuft Blasenentzündungen und Infektionen der Harnwege auf.

Haut, Haar und Knochen

Die Haut verliert die Fähigkeit Feuchtigkeit zu speichern, und wird dünner und trockener. Es bilden sich immer mehr Altersflecken. Das Haar wird nicht selten auch stumpfer, glanzloser und feiner von der Struktur. Auch vermehrter Haarausfall ist nicht selten. Durch die Abnahme der Hormone, kann es zu einer Reduzierung der Knochendichte kommen, und somit erhöht sich auch das Risiko für Osteoporose.

Hitzewallungen

Die typischen Hitzewallungen sind eine sehr häufige Begleiterscheinung der Wechseljahre, und eine wirkliche Plage für Frauen, welche besonders betroffen sind. Bei manchen Frauen treten sie vor allem nachts auf, bei anderen Frauen wiederum vorrangig am Tag, und manche Frauen leiden Tag und Nacht. Diese innerlich aufsteigende Hitze kommt ganz plötzlich, meist verbunden mit rot anlaufenden Gesicht und Dekolleté, und endet in einen meist extrem starken Schweißausbruch. Manchmal werden die Hitzewallungen auch von Herzrasen begleitet.

Bluthochdruckkrisen

Eine weitere, und ganz besonders unangenehme und auch beängstigende Begleiterscheinung der Wechseljahre können Bluthochdruckkrisen sein. Dabei steigt der Blutdruck binnen Sekunden auf Werte von bis zu 240/140. Innere Unruhe, ein Beklommenheitsgefühl in der Brust, Herzrasen, Kribbeln oder ein leichtes Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen lassen Betroffene auch an einen Herzinfarkt denken. Diese Krisen können leider regelmässig und auch längerfristig auftreten, und das Leben der betroffenen Frauen sehr stark belasten.

Leider gibt es Ärzte, welche selbst so schwere Wechseljahrsbeschwerden von Frauen nicht ernst nehmen, oder auch mit so schweren Begleiterscheinungen wie diesen extremen Bluthochdruckkrisen, wofür sich keine organische Ursache finden lässt, überfordert sind. Das lässt die betroffenen Frauen noch mehr verzweifeln. Suchen Sie am besten nach einem Arzt, welcher ein ausgewiesener Spezialist auf diesem Gebiet ist.

Wechseljahre
Auch die Seele kann leiden (Bild: Josealbafotos – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Psychische Wechseljahrsbeschwerden

Auch die Psyche kann unter den Wechseljahren leiden. Ähnlich, wie bei den ersten Wechseljahren während der Pubertät, zählen Stimmungsschwankungen, erhöhte Reizbarkeit, innere Unruhe, geminderte Antriebs-und Lustlosigkeit zu den möglichen Wechseljahrsbeschwerden.

Da die Hitzewallungen und die Bluthochdruckkrisen auch des nachts auftreten können, leiden die betroffenen Frauen dementsprechend an einer gestörten Nachtruhe. Je länger diese nächtlichen Beschwerden andauern, können sich diese gegebenenfalls auch zu einer ausgeprägten Schlafstörung entwickeln.

Länger anhaltender Schlafmangel kann alle Wechseljahrsbeschwerden noch verstärken. Zudem führen Schlafstörungen zu Konzentrations-und Gedächnisstörungen, oder auch zu Vergesslichkeit. Auch Depressionen können eine Folge von länger andauernden Schlafstörungen sein.

Strategien gegen Wechseljahrsbeschwerden

Auch wenn die Wechseljahre an sich keine Krankheit darstellen, sind die Beschwerden für eine große Zahl der Frauen ein mitunter beträchliches Problem. Zudem sehen manche Menschen die zweiten Wechseljahre einer Frau verbunden mit so einer Art Abschied von der Weiblichkeit, oder auch Verlust der Attraktivität. Völliger Quatsch. Schauen Sie sich um, dann entdecken Sie grandiose anmutige Frauen, welche die Wechseljahre längst hinter sich haben, und das Leben richtig genießen.

Nur die eigene Einstellung und der Umgang mit dem Thema ist entscheidend. Statistisch gesehen hat ein drittel der Frauen keine, oder kaum Wechseljahrsbeschwerden. Ein Drittel hat leichte bis mittlere Beschwerden. Und ein Drittel leidet an massiven Beschwerden, welche die Lebensqualtät der Frauen einschränken.

Wenn Sie Ihre Wechseljahrsbeschwerden mit pflanzlichen Mitteln mindern wolllen, lassen Sie sich am besten von Ihrem Frauenarzt, oder Apotheker beraten. Die pflanzlichen Arzneimittel, welche in Drogeriemärkten angeboten werden, eignen sich auf Grund der Dosierung selten dazu eine Wirksamkeit zu erzielen. Da greift eher der Placebo-Effekt.

Neben der Akzeptanz, dass sich Ihr Körper gerade in den Wechseljahren befindet, und dem Wissen das die Beschwerden auch wieder vorbei gehen werden, können Ihnen noch folgende Strategien helfen:

  • Viel Bewegung an frischer Luft, wie beispielsweise Spazierengehen, Walken, Radeln, Joggen
  • Sport wie beispielsweise Schwimmen, Tanzen, Zumba, Yoga, Pilates
  • Sich unter gut gelaunte Menschen mischen, Theater und Konzerte besuchen
  • Sich mit anderen betroffen Frauen konstruktiv austauschen
  • Schöne Pläne für die Zukunft schmieden
  • Sich regelmässig verwöhnen, ein schönes duftendes Bad, oder eine schöne Massage gönnen
  • Sich die Ruhe und die Zeit für sich nehmen, welche Ihr Körper und Ihre Seele gerade brauchen
  • Lachen, sich mit humorvollen Menschen, Filmen, Dingen befassen
  • Eine gesunde Lebensführung, wenig Alkohol, nätürliche frische Lebensmittel
Wechseljahrsbeschwerden
Bewegung an der frischen Luft tut gut (Bild: stefanschenkon – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Hormonersatztherapie gegen Wechseljahrsbeschwerden

Für Frauen, welche so stark unter Wechseljahrsbeschwerden leiden, dass Ihr Alltag und Ihre Lebensqualtät dadurch stark eingeschränkt sind, können sich gegebenenfalls auch für eine Hormonersatztheraphie entscheiden. Dabei wird der Hormonmangel, welcher Auslöser der Beschwerden ist, künstlich durch die Zufuhr von Hormonen ausgeglichen.

Die künstliche Hormonzufuhr kann die Wechseljahre einer Frau nicht aufhalten, sie dient vielmehr dazu, den Prozess etwas geschmeidiger ablaufen zu lassen, und die Beschwerden dadurch abzufedern. Da eine Hormonersatztherapie auch Risiken in sich birgt, wird Ihr Frauenarzt, neben einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung und der Ermittlung Ihres Hormonspiegels, auch eine ganz individuelle Risiko/Nutzen Bilanz mit Ihnen erörtern.

Vorteile einer Hormonersatztherapie:

  • Die Wechseljahrsbeschwerden verringern sich, oder verschwinden im Idealfall komplett
  • Das Osteoporose-Riskio verringert sich
  • Die Rückbildung der Schleimhäute im Genitalbereich wird gebremst
  • Haarausfall, ausgelöst durch Hormonmangel wird gemindert

Nachteile einer Hormonersatztheraphie:

  • Das individuelle Brustkrebsrisiko steigt
  • Da sich die Blutgerinnung verändert, erhöht sich das Risiko für Thrombosen, und dadurch auch das Risiko an einer lungenembolie zu erkranken
  • Entzündungen der Gallenblase können als eine Nebenwirkung der Therapie auftreten
  • Es besteht der Verdacht, dass durch künstliche Hormonzufuhr, dass Risiko an Demenz zu erkranken steigt

Entscheiden Sie sich für eine Hormonersatztherapie, beginnt diese mit der geringst möglichen Dosierung. Eine Wirkung, und somit Minderung Ihrer Wechseljahrsbeschwerden, sollte sich nach vier bis sechs Wochen einstellen. Eine Kontrolluntersuchung bezüglich der Dosierung, und zur Bestimmung des Hormonspiegels, sollte mindestens einmal im Jahr erfolgen, um eventuelle Anpassungen vorzunehmen.

Frauen, welche an folgenden Vorerkrankungen leiden, wird von medizinischer Seite her empfohlen von einer Hormonersatztherapie abzusehen:

  • Brustkrebserkrankung
  • Gebärmutterkrebserkrankung
  • Tumorerkrankungen des Gehirns oder des Rückenmarks
  • Autoimmunerkrankung Lupus Erythematodes
  • Erkrankung der Leber
  • Abnormale Blutdruckwerte
  • Allergien gegen die Inhaltsstoffe der Hormonersatztherapie

Eine Lebensphase der Veränderung

Die Wechseljahre des weiblichen Körpers, verlaufen nicht selten parallel mit weiteren Veränderungen im Leben. Die Kinder sind erwachsen und gehen selbständig ihrer Wege. Beruflich orientieren sich viele Frauen in dieser Lebensphase nochmal um, oder starten ganz neu. Und manchmal steht, nicht zuletzt wegen der vielen Veränderungen, auch noch die partnerschaftliche Beziehung auf dem Prüfstand. Es ist eine Phase der Umbrüche.

Nicht immer ist man auf all diese Veränderungen vorbereitet, manche kommen auch überraschend, und können einen ganz schön aus der gewohnten Bahn werfen. Veränderungen machen oft auch erst einmal Angst, wenn man nicht genau weiß, was da auf einen zukommt, und wie man die neuen Herausforderungen bewältigen soll. Nicht selten wagen Frauen in dieser Phase ihres Lebens einen kompletten Neustart, und sind danach zufriedener denn je.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Ihre Erfahrungen und Erlebnisse zu diesem Thema mitteilen würden. Für viele Frauen ist es hilfreich zu erfahren, wie andere diese Lebensphase bewältigen oder gemeistert haben. Wir werden Ihre Erfahrungsberichte, oder auch Tipps auf dieser Seite veröffentlichen. Am besten klicken Sie auf Kontakt um uns zu erreichen.

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