Tomaten: Wie gesund sind Tomaten? Wissenswertes und Tipps zum Verzehr

Welche Tomatenprodukte sind besonders reich an gesunden Nährstoffen

Tomaten
Reife Tomaten, wie wir sie aus dem Handel kennen (Bild: DominikSchraudolf – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Die Tomaten, deren Ursprung in Südamerika liegen, gelangten Ende des 15. Jahrhunderts nach Europa. Die ersten Früchte waren noch hauptsächlich von gelber Farbe und so klein wie Kirschen. In Europa waren es die Italiener die die Frucht kultivierten und dafür sorgten, dass sich deren Beliebtheit in ganz Europa verbreitete. Heute ist die Tomate das meist verzehrte Gemüse in Deutschland.

Wissenswertes rund um die Tomate

Nachdem die Tomate in Europa ihren Siegeszug begann, wurde sie zuerst als Liebes- oder Paradiesapfel bezeichnet. Der lateinisch Name der Tomate lautet Lycopersicon esculentum, was übersetzt soviel heißt wie, essbarer Wolfspfirsisch. Die Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen, deren Früchte aus Sicht der Botanik eigentlich den Beeren zugeordnet werden. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 3000 namentlich registrierte Sorten und jedes Jahr kommen eine Menge neue Sorten dazu. Die Formen und Farben der Früchte sind dabei sehr vielfältig.

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Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Tomatensorten (Bild: Couleur – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Es gibt Tomatenpflanzen, die zwei Meter hoch wachsen. Die meisten Tomaten, welche in Deutschland verzehrt werden, werden importiert. Bei der Auswahl der Pflanzensorten stehen die Zuchtziele im Vordergrund. Für die Massenware bedeutet das, eine schnelle Fruchtentwicklung, ein hoher Ertrag, Einheitlichkeit in Größe, Gewicht und Farbe, sowie eine lange Haltbarkeit. Da die meisten Früchte einen langen Transport, meist aus Südeuropa, überstehen müssen, ist auch eine gute Transportfähigkeit von wesentlicher Bedeutung. Leider entbehren die Tomatensorten, bei denen diese Eigenschaften im Fokus stehen müssen, oft den feinen Geschmack und das volle Aroma.

Tomaten vom Biobauern

Wissenschaftler der Universität Ceara in Brasilien, haben die Tomaten von konventionellem Bauern und Biobauern miteinander verglichen. Sie untersuchten dabei die biochemischen Eigenschaften, sowie das Gewicht der Früchte. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass die Biotomaten ein um etwa 40 Prozent geringeres Gewicht hatten, und in ihren biochemischen Eigenschaften deutliche Unterschiede. Die Biotomaten enthielten eine wesentlich höhere Zuckerkonzentration, um 55 Prozent mehr Vitamin C, 70 Prozent mehr Flavonoide (sekundären Pflanzenstoffen mit antioxidativer und krebshemmender Wirkung) und ein wesentlich höheren Anteil des Antioxidans Lycopin.

Unreife Tomaten nicht essen – sie sind giftig

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Unreife Früchte dürfen nicht gegessen werden (Bild: congerdesign – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Ausgenommen der speziellen Züchtungen, die auch im reifen Zustand grün bleiben, sollte man unreife, grüne Tomaten, keinesfalls essen. Schon bei etwa 80 Gramm treten Beschwerden, wie Übelkeit und Erbrechen auf. Das Gift in unreifen Früchten nennt sich Tomatin und ist chemisch betrachtet verwandt mit dem Solanin, welches in rohen Kartoffeln enthalten ist. Bei der Kartoffel verschwindet sich das Gift durch das Kochen und bei den Tomaten durch das Reifen der Frucht.

Das Tomatin

Tomatin ist ein sogenanntes Alkaloid. Alkaloide sind natürliche, organische Verbindungen, die auf den menschlichen oder tierischen Organismus einwirken. Das Tomatin hat aber beim Gedeihen der Frucht durchaus eine wichtige Aufgabe und ist keineswegs nutzlos, denn es wehrt gefräsige, parasitäre Käfer, Schädlinge, Pilze und Flechten ab, und wirkt somit wie ein natürliches Antibiotikum. Ist die Tomate ausgereift ist auch kein giftiges Tomatin mehr vorhanden.

Was macht Tomaten so gesund?

Frische, auf natürlichem Wege ausgereifte (Bio)-Tomaten sind nicht nur ausgesprochen aromatisch und lecker, sonderen auch sehr gesund. Die reifen Früchte haben einen hohen Anteil an Vitaminen, insbesondere Vitamin C, sowie sekundäre Pflanzen- und Mineralstoffe, wie beispielsweise Kalium. In der Tomatenhaut stecken besonders viele Flavonoide, welche eine antioxidative Wirkung haben.

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Die reifen Früchte stecken voller gesunder Nährstoffe (Bild: dfespi – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Das Carotinoid Lycopin, welches der Tomate die rote Farbe verleiht, wirkt dabei besonders antioxidativ und stärkt das körpereigene Abwehrsystem. Zudem sind Tomaten ausgesprochen kalorienarm, und lassen sich auf so vielfältige Weise in einen gesunden Speiseplan integrieren.

Was ist Lycopin?

Lycopin gehört zu den Carotinoiden die vielen Obst- und Gemüsesorten ihre rote Farbe verleihen. So finden die fettlöslichen Pflanzenpigmente auch als Lebensmittelfarbstoff ihre Verwendung. Aber die Carotinoide und besonders das Lycopin, kann mehr als eine rote Färbung verleihen. Es hat einen ausgesprochen positiven, schützenden Effekt auf Zellen und Gefäße, wirkt antioxidativ und macht somit freie Radikale unschädlich, stärkt das Immunsystem und beugt mehreren Krankheiten vor. Lycopin kann im Körper nicht selbst hergestellt werden, und wird daher ausschließlich über die Nahrung aufgenommen.

In welchen Tomatenprodukten ist das meiste Lycopin enthalten?

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Tomatensaft ist besonders reich an Lycopin (Bild: PublicDomainPicture – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Vor allem in reifen und verabeiteten Tomaten ist ein hoher Gehalt an Lycopin vorhanden. Das Lycopin profitiert von Zerkleinerung und Hitze und entfaltet sich dann besonders reichlich. So findet sich das meiste Lycopin in Tomatenmark, Tomatensaft und Tomatensaucen. Die von Experten empfohlene Tagesdosis Lycopin beträgt 6 mg.

Lycopingehalt in Tomatenprodukten pro 100 Gramm

  • Tomaten – reif und roh enthalten sie 9,2 mg
  • Tomatenmark – 55,6 mg
  • Tomatensaft – 10,9 mg
  • Tomatensoße – 18,1 mg/li>
  • Tomatenketchup – 17,2 mg (Vorsicht industriell hergestelltes Ketchup enthält viel Zucker)
  • Tomatenpüree oder auch unter dem Begriff „passierte Tomaten“ bekannt – 16,7 mg

Das Lycopin aus verarbeiteten Tomaten kann zudem besser und schneller vom Körper aufgenommen werden, als das aus frischen Tomaten. Allerdings ist dafür auch eine Kombination mit Fetten von Nöten. Bereiten Sie für eine optimale Bioverfügbarkeit Ihre Tomatensauce, Tomatensuppe oder den leckeren Tomatensaft am besten auch immer mit etwas Olivenöl zu. Wenn Sie von dem Lypocin in den lycopinreichen Lebensmitteln profitieren wollen, ist es also nicht effektiv diese als Rohkost zu verzehren.

Tipps zur Aufbewahrung von Tomaten

Tomaten lagert am am besten bei Zimmertemperatur, dann entfalten sie ihr volles Aroma. Allenfalls sehr reife Früchte kann man kurzzeitig im Gemüsefach eines Kühlschrankes aufbewahren, etwa um deren Haltbarkeit zu verlängern. Man muss wissen, dass Tomaten, welche bei Temperaturen unter 12 Grad gelagert werden, deutlich an Geschmack verlieren. Leider bewahren auch Supermarktketten Tomaten oft in Kühlräumen auf, was auch ein Grund für die wässrige, aromafreie Qualtät der dort erhältlichen Früchte ist.

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Tomaten immer getrennt von anderen Früchten lagern (Bild: LubosHouska – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Tomaten geben Ethen, ein natürliches Reifegas ab, weshalb man sie nicht mit anderen reifen Obst- und Gemüsesorten lagern sollte. Gurken werden schneller weich, wenn sie direkt neben reifen Tomaten liegen. Auch Äpfel produzieren dieses Reifegas, was wiederum zum schnelleren Nachreifen der Tomaten führt. In der Regel sind Tomaten mindestens eine Woche haltbar. Mit voranschreitender Reife wird die Haut der Tomate dünner, das Fruchtfleisch fällt etwas in sich zusammen und die Frucht wird sehr weich. Die Tomaten sind aber auch dann noch genießbar und zum Verzehr geeignet.

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