Schach: Fördert das Schachspielen die Intelligenz?

Schach spielen ist für alt und jung das optimale geistige Training

Schachspiel
"Schach ist der Probierstein des Gehirns" so Goethe (Bild: venturaartist - Pixabay.com - CC0 Public Domain)

Von Goethe ist überliefert, dass er Schach spielen als Prüfstein der geistigen Leistungsfähigkeit ansah. Für Lenin war Schach spielen eine gymnastische Übung geistiger Art. In der deutschsprachigen Literatur wurde Schach erstmals um 1050 erwähnt, wo demnach schon Meisterschaften im Schachspiel großes Aufsehen erregten. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts veränderten sich die Spielregeln grundlegend, welche dann allerdings bis heute unverändert Anwendung finden.

Fördert das Schach spielen die geistige Leistungsfähigkeit?

In zahlreichen lernpsychologischen Tests wurde nachgewiesen, dass Schach spielen die Entfaltung der geistigen Leistungsfähigkeit fördert. Die Schachspieler zeigten ein größeres Interesse beim Lösen von Problemen. Sie zeigten nicht nur effektivere Strategien beim Denken und tiefgründigere Überlegungen, sondern, neben schöpferischer Eigenwilligkeit, auch eine solide Disziplin in ihrer geistigen Arbeit.

Das Schachspiel ist eine Ansammlung von Problemsituationen, und ein auf das Lösen gezielter Informationsverarbeitungsprozess, bei dem auch Fähigkeiten wie Schnelligkeit und Genauigheit ins Verhältnis gesetzt werden.

In den Ergebnissen zeigte sich, dass die Schachspieler neben besseren Werten für das sprach-und zahlengebundene Denken, auch eine genauere räumliche Vorstellungsfähigkeit, und vor allem eine besonders ausgeprägte Aufmerksamkeit für Details aufzeigten.

Schach spielen ist Fitness-Training fürs Gehirn

Studien belegen das der Intelligenzquotient bei regelmässigem Schach spielen, schon nach drei Monaten nachweisbar ansteigt. Zudem hat sich gezeigt, dass beim Schachspiel beide Gehirnhälften beansprucht werden. Die rechte Gehirnhälfte, welche für kreatives Denken zuständig ist, wird beim Schachspiel ebenso gefordert wie die Linke. Das wurde in einer wissenschaftlichen Studie an Schülern zwischen zehn und vierzehn Jahren nachgewiesen. Die eine Gruppe spielte einmal in der Woche Schach, die andere Gruppe Computer oder ging anderen Freizeitbeschäftigungen nach.

Gehirntraining
Beim Schachspiel sind beide Gehirnhälften aktiv (Bild: geralt – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Nach acht Monaten zeigte sich, dass die Gruppe der Schachspieler auf allen untersuchten Bereichen als ganz klare Sieger hervorgingen. Das Gehirn wird durch Denkspiele dieser Art herausgefordert, was die Bildung neuer Gehirnzellen anregt. Es bilden sich mehr Dendriten. Dendriten sind die Zellfortsätze der Nervenzellen, welche Signale zu den Nervenfasern des Gehirns senden. Sie dienen vorwiegend der Reizaufnahme. Je mehr das Gehirn davon besitzt, umso besser und schneller funktioniert somit die Reizweiterleitung.

Schach spielen gegen Demenz-und Alzheimererkrankungen

Schach spielen ist das beste Mittel um Demenz-und Alzheimererkrankungen vorzubeugen. Unser Gehirn muss, wie jeder andere Muskel auch, beansprucht und gefordert werden. Läuft es auf Sparflamme, verliert das Gehirn seine Leistungsfähigkeit und verkümmert. In mehreren unabhängigen Studien wurde nachgewiesen, dass Schach spielen, das Risiko an Demenz zu erkranken um 74 Prozent mindern kann. Mehr dazu lesen Sie auf der Internetseite vom Ärzteblatt: Dr. Helmut Pfleger

Schach spielen erfordert strategisches Denken und Planung

In einer Reihe von Studien wurde nachgewiesen, dass Schüler, welche regelmässig Schach spielten in den Testergebnissen zum Thema Problemlösungen, wesentlich bessere Ergebnisse erreichten als Schüler, welche kein Schach spielten. Schachspieler lernen schneller zu denken und auf die sich stets veränderende Strategie des Gegners zu reagieren. Schachspieler trainieren permanent ihr Gedächnis, sie müssen sich Spielfehler, komplexe Regeln und Strategien ihrer Gegenspieler merken. Schach spielen schult strategisches Denken, Planung und Selbstkontrolle, und fördert die Kreativität.

Die vielseitigen Vorteile dieses Denksports

Beim Schachspiel werden eine Vielzahl positiver Fähigkeiten gefördert. Die für das Spiel unmittelbar wichtigen Eigenschaften, wie Konzentration und Ausdauer, Vorstellungsvermögen, Vorausberechnung und logisches Denken, Entscheidungsfähigkeit und Urteilsvermögen, werden dabei besonders trainiert und gefördert.

Schach
Schach spielen fördert die Kreativität (Bild: tpsdave – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Beim Schach spielen entscheidet nicht der Zufall, das Glück oder die Fehlentscheidung eines Schiedsrichters über Sieg oder Niederlage. Gänzlich das Können, die Erfahrung und Kreativität des Einzelnen macht den Unterschied. Man muss akzeptieren, dass der Gegenspieler einfach besser war.

Kinder lernen so ganz nebenbei auch noch einen souveränen Umgang mit Erfolg und Misserfolg, selbskritischen Verhalten, sowie das Einhalten von Regeln. Eigenschaften, welche nicht nur für den schulischen und beruflichen Werdegang Schlüsselqualifikationen sind, sondern auch für die Prägung der Persönlichkeit.

Schach als Schulfach?

Dieser Denksport ist gerade auch für Kinder Spannung, Abenteuer und Herausforderung zugleich. Neben all den positiven Eigenschaften, welche durch das Schach spielen geschult und gefördert werden, entwickeln Kinder auf spielerische Art die Freude und Lust am Lernen.

Schach spielen fördert die Konzentration

Beim Spiel entwickeln sich Freundschaften in einer entspannten Atmosphäre, in der die Kinder die Freude am analytischem Denken, und dem Suchen nach Problemlösungen auf spielerische Art verbinden. Modellversuche über einen längerem Zeitraum haben gezeigt, das Schach spielen die Konzentrationsspanne der Schüler wesentlich erhöht.

Schach spielen fördert die Kommunikation untereinander, es motiviert die Kinder, verbessert die schulischen Leistungen, und animiert die Schüler zu selbständigem Denken. Zudem gilt das Schachspiel als intellektuelles Spiel, und Kinder die es beherrschen verhilft dies zu einem besseren Selbswertgefühl und innerer Stärke.

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