Sauna: Abhärten – Immunsystem stärken

Regelmäßige Saunabesuche sind eine Wohltat für Körper und Seele

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In der Sauna entspannen und Abwehrkräfte stärken (Bild: zerocool – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Regelmäßige Besuche in der Sauna sind eine gute Möglichkeit sich für die kältere Jahreszeit abzuhärten, und so das Abwehrsystem zu stärken. Aber nicht nur Ihr Immunsysten wird durch das regelmäßige Saunieren stimmuliert, auch das Herz-Kreislaufsystem und die Haut profitieren davon. Und nicht zuletzt entspannt sich der Körper durch den Wechselreiz der Temperaturen auf angenehme Weise, und man fühlt sich wohl und lebendig in seiner Haut.

Wissenswertes zum Thema Sauna

Eine Sauna, auch als finnisches Bad bezeichnet, findet sich heute beinah in allen modernen Fitness-Studios und Schwimmbadeinrichtungen. Das Saunieren die Gesundheit und das Wohlbefinden fördert, ist inzwischen hinreichend belegt. Dennoch sind Saunabesuche bei manchen Erkrankungen nicht ratsam. Auch sollte man im Sinne der Bekömmlichkeit die Saunaregeln beachten. Inzwischen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Saunaarten und Dampfbäder, mit verschiedenen Hitzegraden und einer Fülle von Aufgusszeremonien, auf welche wir später näher eingehen werden.

In den skandinavischen Ländern, wo das Saunieren seinen Ursprung hat, ist es üblich das private Haushalte über eine eigene Sauna verfügen. Aber auch in Deutschland wird das Saunieren zur Gesundheitsvorsorge und Entspannung immer beliebter, sodass es inzwischen eine Vielzahl an Heimsauna-Modellen auf dem Markt gibt.

Infos zur Saunakultur

In vielen Ländern gehört zur Badekultur auch das Saunieren. Während man in Russland, den skandinavischen Ländern, sowie hierzulande üblicherweise nackt in die Sauna geht, ist dies in anderen Ländern, wie beispielsweise Brasilien, sogar verboten. In England, den südeuropäischen Ländern, sowie auch in vielen Bundesstaaten der USA geht man in Badebekleidung in die Sauna. Um nicht für Verwirrung zu sorgen, sollte man sich besser über die jeweiligen Gepflogenheiten vorab informieren.

In vielen Ländern herrscht strikte Geschlechtertrennung. Der Saunabesuch hat in einigen Kulturen auch eine gesellschaftliche Bedeutung. Man trifft sich in der Sauna für ein soziales Beieinander und pflegt auf diese Art private oder sogar geschäftliche Kontakte. In Deutschland, oder auch in Finnland wird beim Saunieren eher wenig gesprochen.

Welche Saunarten und Dampfbäder gibt es?

Hierzulande am bekanntesten ist wohl die klassische finnische Sauna, welche mittels Saunaofen auf eine Temperatur von 80 bis 100 Grad Celsius erhitzt wird. Andere Saunaarten wären die Höhlensauna, die Erdsauna oder auch die Salzsauna. Bei der Salzsauna bestehen die Wände aus Salzsteinen, idealer Weise des Salzes aus der Himalaya-Region.

Da in der Salzsauna eher milde Temperaturen von etwa 60 Grad Celsius herrschen, ist diese Saunaart auch besonders für Menschen mit Kreislaufproblemen geeignet. Die Inhalation der salzhaltigen Luft während des Saunierens, wirkt sich ausgesprochen günstig auf sämtliche Erkrankungen der Atemwege aus.

Das Dampfbad ist eine Saunart, welche sich durch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit auszeichnet. Dabei herrschen in Dampfbädern aber wesentlich niedrigere Temperaturen, als in der klassischen finnischen Sauna, oder den sogenannten Trockensaunen. Einige Schwitzbad-Variationen gehen auf die Badekultur im Römischen Reich zurück. Hierzulande bekannt ist aus dieser Kultur vor allem das Tepidarium, und das Caldarium. Aber auch andere Länder haben traditionelle Badekulturen, einige Beispiele haben wir für Sie aufgelistet.

So schätzen wir auch heutzutage noch das Tepidarium, einen Wärmeraum, welcher rundum – also auch die Wände, Fußboden, die gefliesten Liegen und Bänken, beheizt sind. Die Lufttemperatur liegt dabei leicht über der normalen Körpertemperatur bei etwa 40 Grad Celsius. Der Besuch eines Tepidariums hat einen besonders durchblutungsfördernden Effekt auf den Körper und kann bei der Heilung von Gefäßerkrankungen, als auch bei rheumatischen Erkrankungen sehr hilfreich sein.

Auch das Caldarium ist hierzulande, ähnlich wie das Tepidarium, als rundum beheizter Wärmeraum – bei circa 45 Grad Celsius bekannt. Unterscheidend ist hierbei eine Luftfeuchtigkeit von beinahe 100 Prozent, welcher oftmals aromatische Essenzen beigefügt werden. Auch der Aufenthalt im Caldarium wirkt sich positiv auf die Atemwege, die Durchblutung, Erkrankungen der Haut oder Verspannungen der Muskulatur aus. Durch die eher milden Temperaturen ist auch dieses Schwitzbad besonders kreislaufschonend.

Das Hamam ist eine Art des Schwitzbades, welches vor allem in der arabischen, türkischen, aber auch iranischen Kultur – als öffentliche Badeanstalt – ein wesentlicher Bestandteil der islamischen Bade- und Körperkultur ist. Meist besteht ein Hamam aus Marmor mit einer runden Liegefläche in der Mitte des Bades. An den Wänden befinden sich Becken mit warmen und kaltem Wasser, womit man sich immer wieder übergießt. Mit einem eingeseiften Baumwollgewebe wird der Körper großzügig eingeseift.

Sauna
Im Hamam wird großzügig eingeseift (Bild: sonja_paetow – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Aber nicht nur das Schwitzen und die Reinigung des Körpers stehen im Focus eines Hamam-Besuches, auch Massagen, oder Beauty-Anwendungen, wie beispielsweise das Epilieren der Körperhaare, oder ein Ganzkörperpeeling gehören zur Körperpflege. Beim Peeling wird die Haut mit einem sogenannten „Kese“, einem rauhen Handschuh, meist aus Ziegenhaar, intensiv abgerieben.

Traditionell wird das öffentliche Hamam nach Geschlechtern getrennt. In Deutschland wird das Hamam allerding auch gemeinsam von Frauen und Männern genutzt. In erster Linie dient der Besuch eines türkischen Schwitzbades hierzulande der Entspannung, allerdings wirken sich die Anwendungen auch positiv auf die Durchblutung der Haut aus, und lösen Muskelverspannungen.

Auch in Japan hat die Badekultur einen hohen Stellenwert. Das japanische Badehaus, das sogenannte Sentō dient nicht nur der reinen Körperpflege, es hat für die Japaner auch als sozialer Treffpunkt eine wesentliche Bedeutung. Da noch bis in das 20. Jahrhundert hinein, aus Gründen des Brandschutzes, keine privaten Badezimmer erlaubt waren, sind Sentōs in Japan weit verbreitet. Da heute jedoch immer mehr Menschen über ein privates Badezimmer verfügen, sind die Besucherzahlen stark rückläufig.

Sollten Sie in Japan ein Sentō besuchen, sind Sie gut beraten sich strengstens an die Regeln zu halten. In den traditionellen Sentōs ziehen Sie nach dem Betreten Ihre Schuhe aus, bevor Sie sich zum Schalter des Badehauses begeben. Nachdem Sie sich im Umkleideraum ausgekleidet haben, gehen Sie nackt in den Baderaum mit den großen Becken, mit heißem dampfenden Wasser. Bevor Sie sich dort aber hineinbegeben verlangt es die Etikette, das Sie sich sehr gründlich einseifen und waschen. Sie sollten sich danach aber gut abspülen, damit kein Schaum in die großen Badebecken gelangt.

Die Banja ist ein klassisches russisches Schwitzbad, meist ein Badehaus aus Holz, welches ganz traditionell mit einem Holzofen beheizt wird. Die Temperaturen gehen dabei nicht selten weit über 100 Grad Celsius. Auch in der Banja wird mit Aufgüssen gearbeitet, was die Hitze nochmal verstärkt. Eine Banja besteht oft aus drei Räumen. Einem Waschraum, dem Dampfbad-Raum, und einem Ruheraum.

Wie die Finnen mögen auch die Russen, das gegenseitige leichte schlagen des Körpers mit den dafür eingeweichten Birkenzweigen. Das belebt den Oranismus und regt die Durchblutung an. Zudem entsteht durch die frischen Birkenzweige ein angenehmer Duft, wobei auch die Aufgüsse oft mit ätherische Essenzen versetzt werden. Nicht selten werden dem Aufgußwasser auch Getränke, wie beispielsweise Bier, zugesetzt.

Die Banja dient in Russland nicht nur zur Körperpflege und Enstpannung. Nicht selten finden dort auch Begegnungen zwischen Geschäftsleuten statt, und es werden Entscheidungen gefällt. Die Banjas sind in Russland aktuell streng nach Geschlechtern getrennt.

Saunieren in einer öffentlichen Sauna

Der Besuch einer öffentlichen Sauna beginnt immer mit dem gründlichen Duschen und Abtrocknen der Haut. Das Abtrocknen ist wichtig, damit die Transpiration über die Haut schneller erfolgen kann. In der Saunakabine ist es aus hygienischen Gründen wichtig, dass man sich auf ein Handtuch setzt oder auch legt, welches den Schweiß auffängt, und das Holz vor Verunreinigungen schützt.

Finden in der Sauna-Kabine Aufgüsse statt, so steht dies meist an der Kabine angeschrieben, wann und mit welchen ätherischen Ölen der nächste Aufguss erfolgt. Der Aufenthalt in einer Sauna-Kabine sollte auf 5 bis 15 Minuten beschränkt sein. Danach erfolgt die Abkühlphase an der frischen Luft, bei der die Lunge besonders gut Sauerstoff aufnehmen kann. Danach sollten Sie sich, am besten kalt, abduschen und für circa 15 Minuten im Ruheraum entspannen.

In der Regel sind zwei bis drei Saunagänge medizinisch angeraten. Allerdings ist dies auch nur eine allgemeine Orientierung, denn wie bekömmlich man das Saunieren empfindet, ist von vielen Faktoren, wie auch von der eigenen Tagesform abhängig. Als Sauna-Neuling sollte man aber die Aufenthaltsdauer in der Kabine, als auch die Anzahl der Saunagänge eher vorsichtig angehen.

Sauna-Etikette

Aus Rücksicht auf andere Saunagäste sollte man einen Tag vor dem Saunabesuch Speisen mit Knoblauch meiden. Ihre Badeschlappen sollten Sie unbedingt außerhalb der Kabine stehen lassen, denn diese könnten ausdunsten. Es ist üblich beim Betreten der Sauna kurz freundlich zu grüßen. Bei dicht nebeneinander sitzenden Saunagästen sollte man höflich fragen, ob der Platz auf den Sie sich setzten möchten noch frei ist. Setzen Sie sich immer auf Ihr eigenes Handtuch und vermeiden Sie auf das Handtuch anderer Gäste zu treten.

Medizinische Wirkung

Regelmäßige Saunabesuche härten den Körper ab, und stärken das Abwehrsystem. Dies schützt uns vor allem vor Erkältungskrankheiten, welche gehäuft während der kalten Jahreszeit aufteten. Wobei das Saunieren grundsätzlich ein saisonunabhängiges Vergnügen ist. Während der Schwitzphase wird die Körpertemperatur erhöht, wodurch, ähnlich wie beim Fieber, das Immunsystem aktiviert wird.

Auch die Haut profitiert vom Saunieren. Durch die Hitze weiten sich die Blutgefäße und die Haut wird besser durchblutet. Das Schwitzen und die Wasseranwendungen lassen die oberste Hornhautschicht aufquellen, wodurch einerseits eine ausgeprägte Reinigung der Haut stattfindet, aber auch verhornte Hautzellen, und tiefere Hautunreinheiten auf schonende Weise entfernt werden. Nachweislich wird durch regelmäßiges Saunieren die Hautalterung verlangsamt.

Schmerzpatienten mit chronischen Rückenschmerzen, oder Arthrose-Patienten können durch Saunieren Linderung erfahren. Auch bei muskulären Verspannungen sind Sauna-Anwendungen hilfreich. Aber nicht zuletzt ist der Besuch einer Sauna auch ein ausgesprochen wohltuendes und entspannendes Vergnügen.

Wann Sie nicht in die Sauna oder ins Dampfbad gehen sollten

Gehen Sie nicht in die Sauna, wenn sich bereits eine Erkältung, oder ein Infekt ankündigt hat, denn sonst wird es meist erst richtig schlimm. Verzichten Sie auch auf’s Saunieren, wenn Sie sich allgemein nicht wohl fühlen. Menschen mit beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Venenleiden, Entzündungen oder Gefässerkrankungen wird auch vom Saunieren abgeraten. Wenn Sie nicht gesund sind, oder auch ältere Menschen, sollten immer Ihren Hausarzt befragen.

Die Aufguss-Zeremonie

Der Aufguss ist für viele Sauna-Besucher der Höhepunkt eines Saunaganges. Darum wird dieser Vorgang vom Saunameister, welcher in öffentlichen Saunen für das Begießen der heißen Lavasteine zuständig ist, regelrecht zelebriert. In der Regel wird dem Aufgusswasser ätherisches Öl von Fichte, Eukalyptus, Latschenkiefer oder Zitrusdüften beigefügt. Oft werden auch gekühlte Stücke von Apfel, Orange oder Zitrone, manchmal aber auch Eiswürfel an die Sauna-Gäste gereicht.

Das Aufgießen erfolgt meist in drei Etappen zwischen diesen der Saunameister mit einem Handtuch und einer ausgefeilten Wirbel-und Wedelbewegung den Wasserdampf in der Sauna-Kabine verteilt. Während des Aufgusses kann es in der Kabine sehr heiß werden. Daher wird besonders unerfahrenen Saunabesuchern empfohlen auf den unteren Stufen Platz zu nehmen. Das Verlassen der Kabine während des Aufgusses sollte man vermeiden.

Spezielle Aufgüsse

Der Bier-Aufguss: Dem Aufgusswasser Bier beizumengen ist beispielsweise in Russland nicht unüblich. Dies versprüht in der Sauna-Kabine ein Aroma von frisch geröstetem Getreide. Manchmal wird Bier auch zur Erfrischung getrunken. Das Trinken von Alkohol während eines Saunabesuches sollte man jedoch eher vermeiden. Auch dem Beimengen von hochprozentigen Alkohol im Aufgusswasser wird dringend abgeraten, da dies sehr unangenehme Folgen haben kann.

Der Aromatisierte Aufguss: Besonders im deutschsprachigen Raum ist es üblich dem Aufgusswasser ätherisches Öl beizumengen. Aus der Aromatherapie wissen wir wie Düfte auf Körper und Seele wirken. Allerdings sollte beachtet werden, dass nicht jedes ätherische Öl für die Inhalation geeignet ist. Auch auf Qualität und Reinheit der ätherischen Öle sollte besonderer Wert gelegt werden.

Der Honig-Aufguss: Der Honig-Aufguss ist ein besonderes Erlebnis. Hierbei wird der Körper mit normalem Honig, oder auch mit einer eigens für diese Anwendung speziellen Honigpaste eingerieben. Auf Grund der Hitze und des Wasserdampfes verflüssigt sich der Honig, und sollte gut auf der Haut einmassiert werden. Die Haut kann so die Wirkstoffe des Honigs besonders gut aufnehmen, wird dadurch gepflegt und besonders rein.

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