Metabolisches Syndrom: Was ist das genau?

Das Metabolische Syndrom - ein Vorläufer von schwerwiegenden Erkrankungen

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(Bild: strecosa – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Metabolisches Syndrom – was bedeutet das denn nun eigentlich genau? Seit etlichen Jahren versuchen Mediziner eine Bezeichnung für dieses Phänomen zu finden, welches auch für einen Nicht-Mediziner leicht verständlich ist. Da vom Metabolischen Syndrom immer mehr Menschen betroffen sind, möchten wir hierbei einmal näher auf dieses Krankheits-Risiko eingehen.

Was steckt hinter dem Begriff Metabolisches Syndrom?

Der Begriff Metabolisch bedeutet – „den Stoffwechsel betreffend“. Das Metabolisches Syndrom selbst ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Risikofaktoren und Krankheitsbilder, oder Vorstufen von Krankheiten, welche vor allem die Blutgefäße, das Herz und das Gehirn betreffen. Im Englischen nennt man das Metabolische Syndrom auch das „deadly quartet“. Das Metabolische Syndrom umfasst vier Gesundheitsrisiken, welche wesentlich an der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen beteiligt sind. Diese Risikofaktoren sind:

  • Übergewicht (Adipositas)
  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
  • Ein gestörter Fett- und Cholesterinhaushalt
  • Ein krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel durch zu niedrige Insulinwirkung

Vor allem in den westlichen Industrienationen stellt das Metabolische Syndrom ein sehr großes Gesundheitsrisiko dar. Der technische Fortschritt nimmt uns immer mehr körperliche Arbeit ab, dafür essen wir immer mehr und zu oft auch ungesunde industrielle Fertignahrung. Der westliche Lebensstil mit Überernährung und Bewegungsmangel bleibt nicht ohne Folgen. Expertenschätzungen zu Folge erkrankt in Deutschland jeder vierte Mensch im Laufe seines Lebens am Metabolischen Syndrom.

Es beginnt mit Übergewicht

Zu viel und zu energiereiche Nahrung, welche wir hierzulande regelmäßig zu uns nehmen, sorgt zum einen dafür, dass sich Fettdepots im Körper, zwischen den Bauchorganen bilden, und zum anderen schwimmt zuviel Zucker (Glukose) im Blut.

Metabolisches Syndrom
Zu viele Kilos sind Wegbereiter für Krankheiten (Bild: cocoparisienne – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Der Körper bemüht sich diesen Zucker zu verarbeiten, indem er große Einheiten von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse ins Blut abgibt. Das Insulin hilft den Zucker zu den Muskeln, in die Fettzellen und in die Leber zu transportieren. Für eine begrenzte Zeit funktioniert dieses Verfahren. Irgendwann jedoch führt das ständige Überangebot dazu, dass die Organe streiken und eine Aufnahmenstopp verhängen. Das ist der Punkt an dem die Mediziner von Insulinresistenz sprechen.

Diabetes-Typ-2

Als Folge der Insulinresistenz steigt der Zuckerspiegel im Blut und damit beginnt dann bereits Diabetes-Typ-2. Anfangs ist noch Insulin vorhanden, aber nicht mehr wirksam, nach und nach ist dann auch die Bauchspeicheldrüse überfordert und stellt die weitere Insulinproduktion ein. Die Folgekrankheiten von Diabetes-Typ-2 sind vor allem Herzinfarkt, Schlaganfall, Netzhautschäden, Nierenschwäche und Errektionstörungen.

Oft werden diese Erkrankungen als Spätschäden des Diabetes bezeichnet, was irreführend ist, denn durchaus können diese Diabetes-Folgeerkrankungen auch schon in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung aufteten.

Die gute Nachricht – mit einer rechtzeitigen und maßgeblichen Änderung des Lebenstils kann man drohendes Unheil abwehren. Dazu gehört vor allem eine gesunde und maßvolle Ernährung, viel Bewegung, möglichst an frischer Luft, ausreichend Schlaf und ganz individuell betrachtet auch eine Gewichtsreduktion. Mehr Informationen über die Krankheit finden Sie auf den Internetseiten des Deutschen Zentrum für Diabetesforschung.

Das Fettgewebe schüttet Hormone aus

Das Fettgewebe bildet eine ganz Reihe Adipokine (Hormone und Verbindungen), welche verschiedene Prozesse im Körper beeinflussen. Beispielsweise Leptin, ein Peptidhormon, was an der Regulierung des Hunger- und Sättigungsgefühle maßgeblich beteiligt ist. Die Zellen des gefährlichen Bauchfettes, die Adipozyten, sind dafür verantwortlich, dass der Fettstoffwechsel verrückt spielt, der Blutdruck steigt und der Körper spezielle Cholesterinmoleküle produziert, welche die Arterien schädigen.

Gefährliche Entzündungsstoffe werden freigesetzt

Zugleich werden Entzündungsstoffe ausgeschüttet, welche die Entstehung von Arteriosklerose fördern, und die Bildung von Tumoren begünstigen. Man kann also ohne Weiteres sagen, dass das Metabolische Syndrom eine massive Störung im Körper ist, geprägt durch Übergewicht, hohen Blutdruck, Entgleisung des Fettstoffwechsels und Insulinresistenz.

Was kann man dagegen tun?

Das Metabolische Syndrom an sich ist noch keine Krankheit, vielmehr kann es als die Vorstufe zu schwerwiegenden Erkrankungen bezeichnet werden. Die gute Nachricht dabei ist, wenn es einem Betroffenen gelingt, sein Gewicht zu reduzieren und dauerhaft zu halten, reduziert sich auch das Risiko, und die Stoffwechselstörung kann sich sogar vollständig zurückbilden.

Metabolisches Syndrom
Körperliche Aktivität regt den Stoffwechsel an (Bild: MabelAmber – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Die Bedeutung von Bewegung und Sport ist allseits bekannt. Durch regelmäßige und ausdauernde körperliche Aktivität wird der ganze Stoffwechsel angeregt, die Verdauung beschleunigt und Energie verbrannt. Am besten legt man sich feste Sportzeiten für mindestens zwei oder drei Mal pro Woche fest. Aber auch öfter das Auto stehen lassen und lieber das Fahrrad benutzen, die Treppe hoch laufen und auf den Lift verzichten, sind schon kleine Bewegungseinheiten.

Abnehmen mit Intervallfasten

Das einseitige Diäten nichts bringen und den JoJo-Effekt hervorrufen ist hinreichend bekannt, und kann so ziemlich jeder Abnehmwillige bestätigen. Mit Intervallfasten hingegen machen immer mehr Menschen positive Erfahrungen und erzielen dauerhaft die gewünschten Erfolge. Zudem bestätigen zahlreiche Studien die umfangreichen günstigen Effekte die regelmäßige Fastenzeiten auf die Gesundheit bewirken.

Sehr interessant ist auch was Prof. Valter Longo, L.A. (USA) – Professor für Biogerontologie und Zellbiologie an der Davis School of Gerontology (University of Southern California, USA) dazu sagt. Hören Sie hier seinem Vortrag beim Fastenkongress: Fasten, Regeneration und Langlebigkeit

Metabolisches Syndrom
Hin und wieder mal eine Mahlzeit ausfallen lassen (Bild: mojzagrebinfo – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Intervallfasten ist leicht umzusetzen

Einer der Vorteile beim Intervallfasten ist, man muss sich nicht mehrere Wochen lang kasteien, um danach doch wieder zurück in alte Muster zu fallen. Beim Intervallfasten schaltet der Stoffwechsel zwischen Kohlehydrate-und Fettverbrennung hin und her, der Körper wird kontinuierlich gefordert. So wird durch die relativ kurzen Fastenintervalle von maximal 24 Stunden der Stoffwechsel nicht langfristig eingeschränkt, und der gefürchtetet JoJo-Effekt bleibt aus. Intervallfasten ist leicht umzusetzen weil:

  • Intervallfasten ein alltagstaugliches und sozial kompatibeles Konzept ist, was im Arbeitsalltag und im Familienleben funktioniert
  • Man kann sich die Fastenzeiten oder Fastentage ganz individuell flexibel festlegen
  • Man muss keine komplizierten Gerichte kochen, oder Kalorien zählen
  • Wegen der realtiv kurzen Fastenintervalle ist kein Nährstoffmangel zu befürchten
  • Psychologisch betrachtet stellt sich erst gar kein Frust ein, weil man keinen längerfristigen Verzicht üben muss
  • Mit kleinen Schritten zeigt sich der Erfolg, und der JoJo-Effekt bleibt aus
  • Man lernt wieder neu genießen und kann sich besser konzentrieren
  • Intervallfasten ist als dauerhafte Ernährungsform geeignet

Wenn Sie Intervallfasten ausprobieren möchten, dann können Sie direkt damit beginnen. Dehnen Sie die Zeitspanne zwischen Ihren Mahlzeiten beispielsweise auf fünf Stunden aus. Fünf Stunden Fastenzeit zwischen den Mahlzeiten ist leicht durchzuhalten. Sie werden schon nach wenigen Tagen erste positive Effekte spüren. Diese Erfolge spornen an. Am besten ist natürlich, wenn Sie dann auch gesunde, natürliche Lebensmittel zu sich nehmen, und auf industrielle Fertignahrung verzichten. Fangen Sie einfach an, Sie werden staunen wie leicht Abnehmen ist.

Wenn Sie Abnehmen möchten, lassen Sie sich grundsätzlich dazu auch von Ihrem Hausarzt beraten, vor allem dann, wenn schon Grunderkrankungen diagnostiziert wurden.

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