Grippewelle – wie schützt man sich am besten?

Infos zur Grippeschutzimpfung - Risikogruppen - Tipps zur Vorbeugung

Zeckenstich
Die Grippeschutzimpfung wird jährlich empfohlen (Bild: dfuhlert - Pixabay.com - CC0 Public Domain)

Die nächste Grippewelle kommt bestimmt. Der einzige etwaige Schutz, so die Fachleute, bietet die jährliche Grippeschutzimpfung. Eine echte Grippe (Influenza) ist nicht zu verwechseln mit einem vergleichsweise harmlosen grippalen Infekt. Wer sich vor der Influenza impfen lassen möchte, sollte dies rechtzeitig tun, denn der Körper benötigt nach der Impfung noch eine gewisse Zeit um den Immunschutz im ausreichenden Maße aufzubauen.

Jedes Jahr wird durch die Verantwortlichen der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) erneut geprüft, welche Viren sich als besonders umfangreich, aggressiv und gefährlich erweisen. Auf Grund dieser Daten geben sie ihre Empfehlungen für die Zusammensetzung des Impfstoffes dann an die entsprechenden Hersteller weiter.

Grippewelle – Wer ist besonders gefährdet?

Fakt ist, eine echte Virusgrippe ist eine sehr ernste Erkrankung, welche schwerwiegende Folgen haben kann. Studien haben gezeigt, dass vor allem Menschen mit Grunderkrankungen ein erhöhtes Risko für einen lebensbedrohlichen Verlauf einer Virusgrippe-Erkrankung haben. Daher wird insbesondere Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, oder folgenden Merkmalen eine Grippeschutz-Impfung empfohlen:

  • Patienten, welche ein Spenderorgan haben weshalb das Immunsystem unterdrückt werden muss
  • Patienten mit Autoimmunerkrankungen, welche abwehrhemmende Medikamente einnehmen müssen
  • Ältere Menschen über 60 Jahre
  • Personal in Kliniken und Praxen
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Patienten mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, wie beispielsweise Asthma
  • Patienten mit Herz- und Kreislauferkrankungen
  • Patienten mit Diabetes, oder anderen Stoffwechselerkrankungen
  • Patienten mit Leber- und Nierenkrankheiten
  • Patienten mit einer HIV-Infektion

Fragen Sie Ihren Arzt zur Grippeschutzimpfung und lassen Sie sich am besten ganz individuell beraten.

Die Stärke einer Grippewelle ist nicht vorhersehbar. Falls regional, oder auch weltweit eine besonders heftige Grippeepidemie oder Pandemie befürchtet wird, wird die Bevölkerung in der Regel durch die Gesundheitsbehörden noch einmal gesondert zu Impfungen aufgefordert, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern.

Mögliche Nebenwirkungen oder Impfreaktionen

Wurde die Impfung mit einem inaktiven Impfstoff (Totimpfstoff) durchgeführt, kann es auf Grund der Stimulanz des körpereigenen Abwehrsystems zu einer Schwellung und Rötung an der Einstichstelle kommen. Auch können leichte grippeähnliche Symptome, wie Frösteln, Muskelschmerzen, Übelkeit und Abgeschlagenheit aufteten, welche aber innerhalb von ein bis drei Tagen wieder abklingen. Beim Lebendimpfstoff sind als Nebenwirkung eine verstopfte Nase, gelegentlich auch Kopfschmerzen, Unwohlsein und Appetitlosikkeit bekannt. In seltenen Fällen wurde auch Hautausschlag beobachtet.

Grippewelle
Erhöhte Temperatur – ein Symptom der Grippe (Bild: Myriams-Fotos – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Bitte beachten! Menschen mit einer Hühnereiweiß-Allergie sollten unbedingt vor der Impfung den Arzt informieren, da die Grippeimpfstoffe Spuren von Hühneiweiß enthalten. Darüber hinaus sollte der Lebendimpfstoff auch bei Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen, wie beispielsweise schweren Asthma, Immunschwäche, oder auch bei Einnahme von bestimmten Medikamenten nicht verwendet werden.

Die Grippeschutz- oder Influenza-Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Grippeerkrankung, da sich die Viren auch immer wieder veändern können. Allerdings geht man davon aus, dass die Impfung cira 50 bis 60 Prozent aller Geimpften vor einer Ansteckung bewahrt. Auf der Internetseite des Robert Koch Institut bekommen Sie mehr Informationen zur Influenz-Impfung. Dorthin können Sie sich auch wenden, falls Sie Impf-Probleme haben.

Symptome, Infos und Tipps zum Grippe-Schutz

Anders als bei einer vergleichweise harmlosen Erkältung, welche sich so nach und nach mit Halskratzen, laufender Schniefnase und Husten ankündigt, schlägt eine echte Grippe unmittelbar zu.

Die Symptome einer Grippe / Influenza

  • Hohes Fieber
  • Schüttelfrost
  • starke Glieder- und Kopfschmerzen
  • Trockener Husten
  • Appetitlosigkeit und Übelkeit
  • Ein ausgeprägtes allgemein schweres Krankheitsgefühl

Leider helfen bei einer Virusgrippe keine Antibiotika. Bei älteren Menschen, Kindern und Personen mit geschwächtem Immunsystem, kommt nicht selten im Verlauf der Influenza noch eine Sekundärinfektion hinzu, wie beispielsweise eine Lungen- oder Gehirnentzündung. Diese kann dann allerdings wohl mit Antibiotika behandelt werden. Bis sich der Patient aber vollständig von so einer schweren Erkrankung erholt, dauert es meist lange.

Tipps zum Schutz vor Ansteckung

Die Übertragung von Grippeviren geschieht über winzige Tröpfchen, welche ein Infizierter in die Luft hustet, niest, oder einfach nur ausatmet. Da die Luft in den Wintermonaten besonders trocken ist, werden die Tröpfchen von der trockenen Luft sofort aufgenommen. Die „getrockneten“ Viren werden dadurch superleicht und können, ohne ihre Ansteckungskraft zu verlieren, tagelang durch die Räumlichkeiten schweben und sich auf Gegenständen niederlassen.

Tipp 1 – Abstand halten: Entfernen Sie sich unverzüglich von Personen, welche offensichtlich erkältet sind, husten und niesen. Falls das nicht möglich ist, weil sie beispielsweise im Flugzeug sitzen, besorgen Sie sich vor der Grippesaison aus der Apotheke eine Atem-Schutzmaske aus Papier. Auch wenn Sie damit aussehen wie die bemittleidenswerten Asiaten in den smogverseuchten Städten, egal, Ihre Gesundheit ist wichtiger!

Tipp 2 – Hände waschen: Die Hände sind für die Übertragung von Krankheitserregern mit das wohl größte Risiko. Wir berühren unzählige Gegenstände, den Einkaufswagen im Supermatkt, Lebensmittel, Geldscheine, Haltegriffe, Türklinen – Gegenstände wo ein Infizierter Krankheitserreger hinterlassen haben kann, und unbewusst fassen wir uns mit unseren Händen ins Gesicht.

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In der Grippezeit öfter Hände waschen (Bild: offthelefteye – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Um den Viren, Bakterien und Keimen den Zugang zu uns nicht allzu leicht zu machen, sollten wir uns regelmässig, vor allem vor der Zubereitung von Lebensmitteln und dem Essen, gründlich die Hände waschen. Für unterwegs, auf der Arbeit, und im Büro sind handelsübliche Desinfektionsmittel praktisch. Falls erkältete Kollegen bei Ihnen ein- und ausgehen, sind diese Desinfektionsmittel unerlässlich, und sollten nach jedem Kontakt verwendet werden.

Tipp 3 – Raumluft-Befeuchter aufstellen: Durch die trockene Luft im Winter, trocknen auch die Schleimhäute und Zellen unserer Atemwege – Nase, Rachen und Bronchien aus. Dadurch sind sie nicht mehr so abwehrkräftig und erleichtern Krankheitserregern den Zugang. Hinzu kommt die trockene Heizungsluft in unseren Wohnräumen und Büros. Das Aufstellen von Raumluftbefeuchtern schafft Abhilfe. Allerdings müssen diese unbedingt regelmässig gereinigt und desinfiziert werden, sonst werden sie zu Keimherden und sind somit kontraproduktiv.

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Spaziergänge – auch bei frostigen Temperaturen härten ab Bild: Antranias – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Tipp 4 – Abhärten: Die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken, sollte durch bestimmte rituelle Lebensgewohnheiten – nicht nur zur Grippezeit – sondern am besten durch alltägliche Handlungen zur Lebenseinstellung gehören. Andere Gewohnheiten, welche unser Abhärten dagegen schwächen, wie beispielsweise das Rauchen, sollten wir dagegen aufgeben. Das körpereigene Abwehrsystem kann man wirkungsvoll unterstützen mit:

  • Viel Bewegung an frischer Luft. Regelässiger Sport, oder mindestens ein täglicher Spaziergang am besten in naturnaher Umgebung
  • Nach der warmen Dusche, möglichst mit einer kalten Dusche für mindestens zwanzig Sekunden abschließen
  • Regelmässige Bürstenmassagen stimulieren die körpereigene Abwehr
  • Regelmässige Saunabesuche stärken nicht nur das Abwehrsystem, sondern sind auch ein sehr wohltuendes entspannendes Vergnügen
  • Vermeiden Sie industrielle Nahrung, und kochen Sie möglichst mit Bio-Produkten selbst
  • Trinken Sie Alkohol möglichst selten und nur wenig
  • Verzichten Sie ganz auf Nikotin, E-Zigaretten und Shishas
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Natürliche Vitamine stärken das Immunsystem (Bild: Sponchia – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Hören Sie auf die Signale von Körper und Seele!

Das zwischen der Psyche des Menschen und seinem Abwehrsystem eine enge Verbindung besteht, hat die Wissenschaft der Psycho-Neuro-Immunologie zweifelsfrei nachgewiesen. Darum sollten wir genau hinhören, wenn der Körper Signale setzt. Wer dauerhaft gestresst, müde und erschöpft ist, oder unter Niedergeschlagenheit und Dauerfrust leidet, sollte seinem Körper unbedingt die Zeit zur Ruhe und Regeneration geben.

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