Glück: Was macht glücklich? Gibt es eine Glücksformel oder ist Glück Zufall?

Kann man das Glücklichsein lernen? Was sagt die Glücksforschung dazu?

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Liebe gehört sicher zu einem glücklichen Leben (Bild: congerdesign – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Wenn Menschen nach ihren Wünschen gefragt werden, wird das Glück immer an prominenter Stelle erwähnt, häufig zusammen mit der guten Gesundheit. Was bedeutet Glück für Sie und was macht dieses Hochgefühl eigentlich aus?

Was macht Glück aus?

Zum Glücksbegriff gibt es viele Deutungen und Interpretationen, und öfters sind sich die Menschen in der Zuordnung uneinig. Dies ist nicht weiter erstaunlich, da ganz unterschiedliche Wünsche und Gewohnheiten mit jedem Lebensschicksal verbunden sind. Es kann daher keine allgemein gültige Definition des Begriffs geben.

Kennen Sie diese Situation? Was die Einen als Glück empfinden, ist für Andere „Können“, etwa wenn es einen Wettbewerb zu gewinnen gibt oder eine schwierige Aufgabe zu lösen ist. Allenfalls bei klar zufälligen Entwicklungen sind sich Menschen in der Zuordnung einig, etwa wenn jemand im Lotto einen großen Gewinn erzielt oder wenn jemand einen Unfall heil überlebt. Es gibt aber auch Situationen im Leben, die von eingeweihten Menschen als Glück empfunden werden, bei Anderen dagegen Gefühle des Horrors auslösen, denken Sie etwa an Fallschirmspringen oder Tauchen.

Menschen auf der Suche nach Glück

Wie sehr das Thema Glück die Menschen beschäftigt sieht man alleine an der Anzahl Internetseiten zu diesem Thema (mehr als 95’000’000). Glück wird mehrheitlich als günstige Fügung des Schicksals verstanden oder als glücklicher Zufall, wobei dies in einen momentanen – und damit vergänglichen – Status oder in eine länger anhaltende Situation unterschieden wird. Im letzteren Fall kann also beispielsweise ein harmonisches Ehe- und Familienleben oder eine erfolgreiche Karriere – oder am besten beides zusammen – als das höchste der Gefühle verstanden werden.

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Eine glückliche Familie ist der Wunsch vieler Menschen (Bild: Pexels – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Dabei blendet das Streben nach dem Glück häufig aus, dass man es bereits gefunden hat. Zu diesem unerschöpflichen Thema sind schon viele philosophische Abhandlungen geschrieben worden.

Sind Sie abergläubisch? Es gibt viele symbolische Glücksbringer, die ihrem Träger Wohlergehen und Gesundheit bringen und umgekehrt Schlechtes fernhalten sollen. Zu den bekanntesten Glücksbringern gehören das vierblättrige Kleeblatt und der Marienkäfer, der Bezug zur heilen Natur ist augenfällig. Am Jahresende wünscht man sich viel Glück, dazu werden häufig die Symbole des Hufeisens oder des Schornsteinfegers überreicht oder zur Dekoration aufgelegt. Andere Länder oder Kulturen kennen eigene Glücksbringer, deren Ursprünge zum Teil sehr weit zurückreichen.

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Das vierblättrige Kleeblatt als Glückssymbol (Bild: Bellezza87 – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Ob nun durch das Tragen einer Hasenpfote oder eines Skarabäus-Käfers etwas Positives bewirkt werden kann, hängt jedoch primär von der Einstellung und Erwartung des Trägers ab. Wie schon eine alte Weisheit sagt: Das Glück liegt im Auge des Betrachters.

Glück vs. Kapitalismus

Die meisten Menschen streben Erfolg und Reichtum an, doch Fortuna lässt sich nicht kaufen. Diese frühe Erkenntnis lässt sich leicht überprüfen, wenn man etwa die Zufriedenheit von Menschen aus südlicheren Ländern mit derjenigen von Menschen in unseren Breitengraden vergleicht. Obschon mit weniger materiellen Gütern gesegnet, scheint das Leben in sonnenverwöhnten Gefilden zufriedener zu machen. Was an materiellen Werten fehlt, wird durch das Klima, den gemächlicheren Lebensrhythmus und die engeren Familienbande mehr als wettgemacht und das Gefühl von Glück wird sichtbar.

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Fortuna lässt sich nicht kaufen (Bild: Alexa_Fotos – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Zur Ehrenrettung des Nordens könnte man sagen, dass Geld allein nicht glücklich macht, aber es kann beruhigen. Es liegt in der Natur des Menschen, seine Situation mit derjenigen von Nachbarn oder Freunden, aber eben auch mit Persönlichkeiten aus Film und Fernsehen zu vergleichen. Um Gefühle der Frustration zu vermeiden oder einzuschränken, sollte man dabei aber realistisch bleiben.

Glücksforschung

Das populäre Thema Glück ist auch wissenschaftlich in vielen Befragungen aufgenommen und ausgewertet worden. Es gibt viele Vergleiche bis hin zum Glück der Nationen, welches sich nach dieser Theorie in der allgemeinen Erwartung der glücklichen Lebensjahre bemisst. Dabei wurde auch die Tatsache, dass der materielle Lebensstandard keinesfalls der einzige Gradmesser für Hochgefühle und Zufriedenheit ist, wiederholt bestätigt. Mehr Informationen zum Thema Glücksforschung finden Sie auf der Internetseite der Universität Flensburg.

Glück in den Genen?

Untersuchungen haben zudem ergeben, dass das Erbgut einen gewissen Einfluss auf positive und zufriedene Gefühle haben kann. Es wurden Genvarianten gefunden, welche den Menschen in diesem Sinne beeinflussen. Umgekehrt gibt es Gene, die zu einer eher unglücklichen oder gar depressiven Grundhaltung beitragen können. Dazu kommen selbstverständlich die vielfältigen Umwelteinflüsse, denen der Mensch im Verlauf seines Lebens ausgesetzt ist.

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Ein Kind braucht oft wenig um glücklich zu sein (Bild: dagon_ – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Ein Kind wird das Glück unbewusst ganz anders erleben als später der Erwachsene; die Optik und der Erfahrungsschatz tragen das ihre dazu bei.

Glück/Zufriedenheit – Kann man das lernen?

Jeder ist seines Glückes Schmied, heißt ein bekanntes Sprichwort. Doch inwieweit stimmt das? Es würde ja bedeuten, dass der Mensch sein Schicksal autonom gestalten könne, was in dieser Form sicher nicht zutrifft. Biologische und gesellschaftliche Verhältnisse setzen oftmals enge Grenzen, und es braucht verschiedene Komponenten, damit sich ein Zustand von Glück einstellen kann. Der Körper reagiert nämlich sowohl auf positive wie negative Sinneseindrücke mit der Ausschüttung chemischer Botenstoffe.

Der biochemische Glücks-Cocktail

Das subjektive Glücksgefühl ist letztlich die Folge einer biochemischen Reaktion im Gehirn. Von der Zusammensetzung der Botenstoffe in einem eigentlichen Glücks-Cocktail hängt der Grad des empfundenen Hochgefühls ab. Dieses Gefühl kann allenfalls durch eigenes Handeln und Verhalten verstärkt werden.

Glückspilze und Pechvögel

Vielleicht ist Ihnen dieses Bild bekannt, dass einer Person praktisch alles zu gelingen scheint, was sie anpackt, während es bei einer anderen Person mit ziemlicher Sicherheit schiefgeht. Diese realen oder vermeintlichen Eindrücke von Glück sind sicher zum guten Teil zufallsbedingt. Aber vermutlich steckt etwas dahinter, das auch mit der inneren Grundhaltung zusammenhängt. Positives Denken und Handeln haben einen ganz anderen Einfluss auf das Geschehen, als dies bei negativem Herangehen und Tun der Fall ist, denn die Gedanken sind stark und können viel auslösen.

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Glück ist zum Teil auch zufallsbedingt (Bild: blickpixel – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Natürlich ist im Einzelfall auch immer Vorsicht geboten, damit diese Ansicht nicht als naiv oder zynisch erscheint. Denn wie Sie wissen, haben längst nicht alle Menschen eine solide materielle oder gesundheitliche Ausgangslage, welche dann wiederum viele Sachen im Leben bestimmt. Zugespitzt könnte man aber schon sagen, dass auch ein Bettler das Glück finden kann, der Reiche hat es nicht gepachtet – das Glück ist letztlich nicht käuflich.

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3 Kommentare

  1. Hallo Jan,

    meine Oma hat immer gesagt: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Da ist schon was wahres dran, obwohl natürlich grundsätzlich die Ausgangslage beim Start ins Leben schon eine wesentliche Rolle spielt. Aber Zufriedenheit hängt wirklich nicht vom Geldbeutel ab. Es gibt Leute denen fehlt es an nicht’s und trotzdem ziehen sie eine Fres… Mein Mann und ich erfreuen uns am Leben und sind einfach nur glücklich das wir uns haben, dafür brauchen wir keine Reichtümer.

    Herzliche Grüße aus dem schönen Köln,
    Marianne und Rudi

    • Hallo Marianne, hallo Rudi,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Die Redaktion wünscht Ihnen weiterhin alles Gute und viel Glück!

      Beste Grüße,
      Die Redaktion

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