Fitnessarmbänder – was können sie wirklich? Tipps und Infos

Wie messgenau sind Fitnessarmbänder? Testergebnisse und Beachtenswertes zum Kauf

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Das Angebot an Fitnessarmbändern ist groß (Bild: Pearlsband – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Die Angebotsvielfalt für Fitnessarmbänder ist mittlerweile enorm. Sie als Käufer hoffen oder verlassen sich darauf, dass die kleinen Helfer über dem Handgelenk Sie gut coachen, Sie fit und gesund machen, beziehungsweise halten. Doch können die Fitnessarmbänder in der Praxis auch halten, was die Hersteller versprechen? Hier ein Überblick der wichtigsten Fakten.

Was ist ein Fitnessarmband?

Fitnessarmbänder werden den gesamten Tag über getragen. Zu den Basisleistungen zählt zum einen das Mitzählen der Schritte. Verbrauchte Kalorien werden ebenso angegeben. Nach einer längeren unbewegten Phase fordert Sie ein Alarm auf, aktiv zu werden. Per App über das Smartphone können Sie Trainingspläne anlegen und sogar Ihre Schlafphasen analysieren.

Welche Eigenschaften werden gewünscht?

Die teuren Ausführungen geben überdies Ihre Herzfrequenz an. Weitere, an Smartphones angelegte Features sind möglich. Doch hier befindet man sich bereits im Bereich der Smartwatches. Soweit zum angepriesenen Leistungsvermögen von Fitnessarmbändern. Doch was sind sie tatsächlich imstande zu leisten – und was nicht?

Wie genau sind die Messwerte?

Das Positive vorweg: Das sportliche Laufen (mit Armbewegung) können Fitnessarmbänder in der Regel gut erfassen. Radfahren fällt jedoch bereits durchs Raster, denn Ihr Unterarm bleibt in derselben Position. Auf der anderen Seite kann es hingegen passieren, dass in der Tagesbilanz eine Vielzahl an Schritten auftaucht, Sie sich jedoch lediglich am PC bewegt haben. Auch können die Geräte nicht unterscheiden, ob die Bewegung gegen einen Widerstand ausgeführt wird. Wie zum Beispiel beim Schwimmen oder Rudern.

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Messwerte können je nach Bewegungsart ungenau sein (Bild: tpsdave – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Das bedeutet wiederum, dass die Angabe des Kalorienverbrauchs nur sehr unzuverlässig sein kann. Zwar kombinieren einige Hersteller mittlerweile Bewegungs- Beschleunigungs- und Höhenmesser. Doch auch die Kombinationsrechnung liefert keine verlässlichen Werte.

GPS – Baustein

Der einzige Baustein, der zu einer exakten Messung verhelfen würde, wäre GPS. Einige Hersteller bieten GPS auch an, doch genau das untergräbt den eigentlichen Sinn der Fitnessarmbänder: das dauerhafte Tragen. Denn der GPS-Empfang ist ein (zu) großer Energiefresser. Heutige Akkus für Fitnessarmbänder müssen im Schnitt alle drei bis acht Tage aufgeladen werden. Mit zugeschaltetem GPS verringert sich die Dauer auf etwa zehn Stunden. Dann muss das Gerät zum Laden vom Handgelenk entfernt werden. Ein bisschen besser sieht es mit der Herzfrequenzmessung aus.

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Herzfrequenmessungen können Abweichungen ergeben (Bild: geralt– Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Selbst die Marktführer von Pulsmessern räumen jedoch am Handgelenk Messfehler im zweistelligen Prozentbereich ein. Genauere Werte hingegen liefert die bei einigen Modellen mögliche Aufrüstung mit einem Brustgurt (gegen Aufpreis). Jedoch ist es nicht zumutbar, diesen rund um die Uhr zu tragen. Und schließlich die Messung der Schlafphasen. Die Geräte können eine Tiefschlafphase lediglich anhand der Herzfrequenz und der Bewegungsfrequenz identifizieren. Die genannten Ungenauigkeiten übertragen sich dabei auf die Schlafanalyse. Eine ernsthafte Untersuchung sollte sowieso grundsätzlich im Schlaflabor vorgenommen werden.

Fitnessarmbänder im Test

Vorsicht: Im Internet kursieren zu allen möglichen Produkten Testberichte. Wer auf derselben Seite auch die Produkte verkauft oder verlinkt, wird sich kaum ins eigene Fleisch schneiden. Stiftung Warentest ist eine garantiert unabhängige Verbraucherorganisation. Der derzeit aktuelle Test für Fitnessarmbänder wurde im Januar 2016 durchgeführt. Hier wurden lediglich zwei von zwölf Testprodukten zum Preis zwischen 25 und 180 Euro für „gut“ befunden.

Trage- und Pflegetipps und das Thema Weichmacher

Zwei der zwölf getesteten Fitnessarmbänder enthielten gar hohe Mengen des unbestritten gesundheitsgefährdenden Weichmachers DEHP: Jawbone UP3 (180 Euro) und Jawbone UP2 (120 Euro), beide erhielten „mangelhaft“. Ungeeignet für dauerhaftes Tragen sind auch Bänder aus Leder und Metall. Empfehlenswert ist flexibler Kunststoff (Elastomer). Das Band sollte regelmäßig, und vor allem nach dem Schwitzen mit Wasser (keine Seife) gereinigt und danach getrocknet werden.

Worauf müssen Sie beim Kauf achten?

Bevor Sie sich ein Fitnessarmband zulegen, sollten Sie sich genau überlegen, welches Ziel Sie verfolgen und welche Messgenauigkeit Sie mindestens erwarten. Und, welche Vorteile Ihnen Fitnessarmbänder gegenüber spezialisierteren Produkten bringen können, wie etwa (genauere) Pulsuhren mit GPS. Schrittzähler, GPS und sogar Schlafanalyse können Ihnen bereits heute einige Smartphones bieten. Wenn Sie sich für ein Fitnessarmband entscheiden, sollten Sie insbesondere auf Tragekomfort, Akkulaufzeit, Displaydetails und die App-Kompatibilität mit Ihrem Smartphone achten.

Fazit

Aller Messungenauigkeit zum Trotz können die aktuellen Fitnessarmbänder durchaus ihren nicht zu unterschätzenden Zweck als Motivatoren für Bewegung erfüllen. Wer auf exakte Messwerte in allen Bereichen Wert legt, muss wohl auf eine effektivere Technik warten, wenn es unbedingt dauerhaftes Tracking durch ein Fitnessarmband sein soll.

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