Borreliose: Was sind die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten?

Wie Sie eine Borreliose Infektion erkennen und erfolgreich behandeln

Borreliose
Infizierte Zecken können Borrelien Bakterien übertragen (Bild: Meli1670 – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

So harmlos an sich ein Stich dieses kleinen Parasiten auch ist, so kann er doch sehr unangenehme Folgen haben. Ist die Zecke mit Krankheitserregern, wie den Borrelien Bakterien infiziert, so kann sie diese auf den Menschen übertragen und eine ernstzunehmende Erkrankung, die Borreliose, verursachen.

Borreliose – Übertragung durch Zeckenstich

Bei der Borreliose handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch einen Zeckenstich übertragen wird. Auslöser der Krankheit die sind Borrelien Bakterien (Erreger Borrelia burgdoferi). Da die Symptome der Borreliose oft sehr vielfältig und in ihrer Ausprägung dabei sehr unterschiedlich, und manchmal auch diffus sein können, werden die Betroffenen von vielen Ärzten oft nicht ernst genommen.

Die Infektion wird oft nicht erkannt

Leider geschieht es auch nicht selten, dass der Erkrankte von seinem Arzt zu hören bekommt, seine Beschwerden wären psychosomatisch und es wird nach psychischen Ursachen gesucht. Die Borreliose gehört zu den Erkrankungen, die häufig in der medizinischen Praxis nicht diagnostiziert, oder schlicht übersehen wird. Dabei verstreicht wertvolle Zeit in einem Stadium, in der die Krankheit noch gut behandelbar ist. Mehrjährige Leidenswege sind dabei leider derzeit oft die Regel, und nicht die Ausnahme. Mehr zum Thema Lyme-Borreliose lesen Sie hier: Die neun häufigsten Irrtümer.

Borreliose
Ratlosigkeit bei Borreliose – diese Erkrankung hat viele Gesichter (Bild: geralt – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Die Ratlosigkeit und Verzweiflung der Betroffenen ist oft sehr groß, bevor eine gesicherte Diagnose gestellt wird. Aufwändige Diagnoseverfahren laufen oft ins Leere, da nur ein Borreliensuchtest (ELISA) durchgeführt wird. Ist dieser negativ, wird die Krankheit nicht weiter verfolgt. Menschen, die schon länger an einer unerkannten Borreliose leiden sind oft verzweifelt, denn vielfältige Symptome, in Schüben auftretende Schmerzen, der Verlust der Lebensqualität und die belastende Ungewissheit über die Ursachen, sind zermürbend.

Suchen Sie sich einen Spezialisten

Durch die diffusen, dafür aber oft sehr umfangreichen Symptome werden die Betroffenen schnell auch mal Hypochonder abgestempelt. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Haben Sie den Verdacht an einer Borreliose erkrankt zu sein, wenden Sie sich an einen Facharzt mit Erfahrung auf diesem Gebiet, einen Spezialisten oder eine auf Borreliose spezialisierte Klinik. Therapeutenliste-Fachkliniken-Labore. Inzwischen gibt es auch ein neues Testverfahren für Borrelioseinfektionen. Dieser Test mit dem Namen Spirofind, basiert auf relativ neuen Wissen und nutzt ein anderes Testprinzip, um eine Borreliose nachzuweisen.

Die Borreliose ist eine Multisystemerkrankung

Da die Borreliose mehrere Organe gleichzeitig, oder auch den gesamten Organismus befallen kann, wird sie in der Medizin als Multisystemerkrankung bezeichnet. Wird die Infektion nicht rechtzeitig erkannt, sind Spätfolgen oder auch bleibende Schäden zu befürchten. Die Symptome und körperlichen Beschwerden treten im Verlauf der Erkrankung immer wieder in Schüben auf und sind sehr diffus, was die medizinisch gesicherte Diagnose erschwert.

Symptome einer Infektion mit Borrelien Bakterien

Borreliose
Kopfschmerzen und grippeähnliche Symtome sind nicht selten (Bild: geralt – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Symptome im Anfangsstaduim

  • Kopf-und Muskelschmerzen
  • Nachtschweiß
  • Grippeähnliche Symtome
  • Unspezifische Gelenk- und Gliederschmerzen, Schmerzen im Bewegungsapparat
  • Allgenmeine Abgeschlagenheit, Erschöpfung und schnelle Ermüdung
  • Erhöhte Reizbarkeit
  • Wanderröte (Erythema migrans)

Charakteristisch für die Wanderröte ist eine Rötung im Zentrum der Einstichstelle, welche sich weiter ausbreitet. Meist ist sie kreisrund und scharf abgegrenzt. Im Laufe der Zeit wird der Durchmesser der Rötung größer und mittig blasser. Die Wanderröte ist ein deutlicher Hinweis auf eine Infektion mit Borrelien. Hat sich eine Wanderröte gebildet, so wird der Facharzt auf Grund der Blickdiagnose eine sofortige Therapie mit einem gegen Borrelien wirksamen Antibiotikum einleiten. In vielen Fällen allerdings fehlt die Wanderröte als eindeutiges Symptom zur Diagnosestellung.

Pillen
Antibiotika – ein wirksame Mittel gegen Borreliose Bakterien (Bild: bykst – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Eine 20-tägige Therapie ist heute die Regel, da die Dauer der Einnahme ein Versagen der Therapie so ziemlich ausschließt. Zu diesem Zeitpunkt ist eine Blutuntersuchung zur Diagnosestellung völlig unnötig und würde nur wertvolle Zeit kosten. Nach einem nur wenige Tage zurückliegenden Zeckenstich, sagt ein Nachweis von Antikörpern im Blut nichts über eine akute Infektion mit Borrelien aus.

Beachte! Eine Fotodokumentation der Wanderröte ist auf jeden Fall empfehlenswert! Fast jede private Unfallversicherung schließt Zeckenstich in ihren Leistungsparametern mit ein. Für die Geltendmachung der Leistungsansprüche auf Grund von möglichen Spätfolgen durch einen Zeckenstich, ist jeder Nachweis für Sie von Vorteil.

Symptome im weiteren Verlauf einer unbehandelten Borreliose

Wird die Borreliose nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, können sich die Bakterien im Körper ausbreiten, und alle Organe und Körperteile befallen. Abhängig davon, welche Körperbereiche ganz individuell und primär von den Borrelien befallen sind, so unterschiedlich ausgeprägt sind auch die Symptome und Beschwerden. Viele der Symptome treten im weiteren Verlauf der Erkrankung immer wieder in Schüben auf.

  • Lähmung der Gesichtsnerven (Fazialisparese)
  • Starke Schwellungen der Gelenke
  • Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten, wie zum Beispiel Konzentrationsstörungen
  • Veränderungen in der Psyche, depressive Phasen, Aggression
  • Nervenschmerzen
  • Chronische Erschöfung

Die Krankheitserreger können auch das Herz in Mitleidenschaft ziehen, was sich möglicherweise durch Herzrhytmusbeschwerden bemerkbar machen kann.

Spätfolgen einer unbehandelten Borreliose – Chronisches Stadium

Bleibt eine Borreliose Erkrankung ursächlich unerkannt und wird nicht therapiert, können Spätfolgen, wie chronisch entzündete Gelenke (Lyme-Arthritis), auftreten. Diese Erkrankung titt in Schüben auf und beeinflusst stark die Lebensqualität der Betroffenen. Wenn auch selten, so ist auch die sogenannte ACA (Acrodermatitis chronica athrophicans Herxheimer) eine Spätfolge der unbehandelten Borreliose. Dabei verändert sich die Haut, vor allem an den Gliedmaßen. Die Haut wird dünner und verfärbt sich bläulich. Selbst eine Entzündung des Herzmuskels und der Hirnhaut können eine Spätfolge der unbehandelten Borreliose sein.

Der Allgemeinzustand kann sich in diesem Stadium lebensbedrohlich verschlechtern, und letzlich kann eine unbehandelte Borreliose auch tödlich verlaufen. Tipps zum Schutz vor Zeckenstichen.

Aktuelle Informationen finden Sie auch beim Bundesverband Zecken-Krankheiten e.V.
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