Ayurveda-Anwendungen für zu Hause

Praktische ayurvedische Tipps zum Wohlfühlen und Verwöhnen

Ayurveda
Ayurveda-Anwendungen kann man auch zu Hause genießen (Bild: nnoeki - Pixabay.com - CC0 Public Domain)

Man muss nicht gleich in eine Ayurveda-Klinik einchecken um Ayurveda-Anwendungen zu genießen. Es gibt auch Ayurveda-Anwendungen, welche Du auf ähnliche Weise einfach zu Hause praktizieren kannst. Wir geben Dir ein paar praktische Tipps wie Du Dich mit Ayurveda verwöhnen kannst, Dich wohlfühlst und was für Deine natürliche Schönheit tun kannst.

Was braucht man für heimische Ayurveda-Anwendungen?

Um Dir mal ein schönes entspanntes Ayurveda-Wochenende zu Hause zu gestalten, ist es sinnvoll Dir ein paar hochwertige ätherische Öle anzuschaffen. Warum die Anwendung von ätherischen Ölen auf Dein körperliches und seelische Wohlbefinden so einen großen Einfluß hat, und worauf Du beim Kauf von ätherischen Ölen achten solltest, liest Du im Artikel zur Aromatherapie.

Starte den Tag mit einer ausgeprägten Trockenbürstenmassage. Das weckt die Lebensgeister, entfernt abgestorbene Hautschuppen und regt die Durchblutung an. Als erste Ayurveda-Anwendung bereite Dir ein schönes Wannenbad mit ätherischen Ölen aus folgender Bademischung für den Morgen, und genieße das Vollbad für maximal zwanzig Minuten:

  • 10 Tropfen Lavendel
  • 10 Tropfen Rosmarin
  • 10 Tropfen Wacholder

Trinke über den Tag verteilt heißes Wasser, das schwemmt Schlackenstoffe aus dem Körper. Falls das Wasser in Deiner Region sehr kalkhaltig ist, ist es sinnvoll das Trinkwasser zu filtern. Koche dann das Wasser für circa zehn Minuten, und fülle es in eine Thermoskanne. Trinke das Wasser über den Tag verteilt in kleinen Schlucken.

Allgemeine Ernährungsempfehlungen im Ayurveda

Im Ayurveda gibt es ein paar grundsätzliche Ernährungsempfehlungen, welche für alle Typen gelten. Iss nur, wenn Du tatsächlich Hunger hast, und nur soviel bis der größte Hunger gestillt ist. Gib Deinem Körper zwischen den Mahlzeiten mindestens vier Stunden Zeit zur Verdauungsarbeit. Iss nie in Hast und Eile, oder gestresster Gemütsverfassung. Ernähre Dich von frischen Lebensmitteln aus Deiner Region und der Jahreszeit entsprechend.

Wenn Du Dich auch nach Deiner Konstitution ernähren möchtest, und wissen willst welcher Konstitutionstyp (Vata, Pitta oder Kapha) Du bist, findest Du mehr Informationen in diesem Artikel: Ayurveda – die traditionelle indische Heilkunst.

Auch der griechische Arzt Hippokrates sagte schon vor hunderten von Jahren: „Eure Nahrung soll Euer Heilmittel sein, Euer Heilmittel soll Eure Nahrung sein.“ Dieser eine Satz sagt alles über die Bedeutung und den Einfluß von Nahrung auf unsere physische und psychische Gesundheit.

Ayurveda-Anwendungen
Bewegung in der Natur ist zu jeder Jahreszeit empfehlenswert (Bild: valiunic – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Bewegung

Verbringe Deine freie Zeit mit Beschäftigungen, welche Dir gut tun und die Dich entspannen. Nimm Dir aber auch Zeit für körperliche Bewegung, und diese am besten in freier Natur. Beispielsweise mit einem schönen Spaziergang, möglichst im Wald und mindestens über drei Kilometer lang. Diese Art von Bewegung ist nahezu bei allen Wetterbedingungen möglich, und eine Wohltat für alle Zellen im Körper. Atme dabei tief die sauerstoffreiche Luft ein. Wenn Du nach Deiner Bewegungseinheit in freier Natur nach Hause kommst, kannst Du Deine Füße mit einer ayurvedischen Fußmassage verwöhnen.

Padabhyanga – Ayurvedische Fußmassage

Diese Ayurveda-Anwendung, die Padabhyanga zählt zu den bedeutendesten Fuß-Massagetechniken im Ayurveda. In unseren Füßen befinden sich eine Vielzahl von Nervendruckpunkten, auch Vitalpunkte oder Marmapunkte genannt. Durch sanfte streichende Bewegungen an den Füßen, den Waden bis hin zu den Knien, werden Blockaden im Körper gelöst, und Du wirst von der angenehm ausgleichenden und entspannenden Wirkung dieser Massagetechnik ganzheitlich profitieren können.

Die ayurvedische Fußmassage

Zur Padabhyanga benötigst Du ein qualitativ hochwertiges Öl (sehr gut geeignet ist Sesamöl oder Ghee), welches Du etwas erwärmen kannst. Massiere mit dem warmen Öl, großzügig und auf gefühlvolle Weise, über Deine Füße und Waden. Danach nimmst Du Dir jeden Fuß nochmal einzeln vor, wobei Du am großen Zeh beginnst, und Dich von Zeh zu Zeh weiterarbeitest. Das sanfte, streichenende und kreisende Massieren stimuliert die Vitalpunkte, was sich positive auf den Energiefluss (Prana) im ganzen Körpersystem auswirkt.

Padabhyanga wird auch bei Nervosität, Unruhezuständen und Schlafstörungen empfohlen.

Ghee* ist eine unverzichtbarer Bestandteil der ayurvedischen Heilkunst – Lebensmittel und Medizin in einem. Ghee ist Butter, welcher alle Eiweißbestandteile entzogen wurden, daher kann sie beim Kochen hoch erhitzt werden, und ist zudem sehr lange haltbar. Im Ayurveda wird Ghee als eines der gesündesten Lebensmittel überhaupt, sehr hoch geschätzt, und täglich beim Kochen, sowie bei medizinischen Anwendungen genutzt. Wenn Du Ghee vewenden möchtest, wähle am besten ein Bio-Produkt.

Eine andere Ayurveda-Anwendung, welche Du ganz einfach auch zu Hause mit Partner oder Partnerin, oder aber auch alleine durchführen kannst, ist eine Ayurveda Gesichtsmassage.

Die ayurvedische Gesichtsmassage

Schaffe Dir eine schöne Athmosphäre, vielleicht auch mit einem schönen aromatischen Duft in der Luft, wie beispielsweise Echten Lavendel. Dieser hat einen positiven Einfluss auf das zentrale Nervensystem und wirkt beruhigend und entspannend.

Gib etwas warmes Öl, am besten ayurvedisches Gesichtsöl* in ein Schälchen. Tauche Deine Finger hinein und massiere nun, mit einem Dir angenehmen Druck, Deine Stirn von der Mitte mit kleinen kreisenden Bewegungen nach außen. Streiche danach das ganze Gesicht, über die Stirn und die Augen, die Nase und Wangen, Lippen und Kinn, immer wieder von der Mitte nach außen hin aus. Verwende reichlich Öl. Zum Schluß der Massage streiche den Unterkiefer aus.

Diese Ayurveda-Anwendung ist eine Streicheleinheit für die Seele. Es lösen sich Verspannungen im Gesichts- und Kopfbereich, und gerade, wenn man das im Wechsel am Partner macht, ist eine halbe Stunde verflogen wie nichts, man möchte mehr.

Ingwer-Tee Zubereitung

Ingwer hat im Ayurveda, für die Verdauung der Nahrung, eine zentrale Bedeutung. So kann man eine dünne Scheibe frischen Ingwer mit etwas Zitrone und Hönig essen, oder man bereitet sich Ingwer Tee.

Ayurveda-Anwendungen
Frischer Ingwer-Tee regt die Verdauungssäfte an (Bild: Couleur – Pixabay.com – CC0 Public Domain)
Gib dazu circa zehn dünne Scheiben frischen Ingwer, den Saft einer frischen Zitrone und einen Esslöffel Honig in eine Teekanne und gieße circa 0,5 Liter abgekochtes heißes, aber nicht mehr kochendes, Wasser auf. Lass den Tee mindestens zehn Minuten ziehen und genieße diesen dann in kleinen Schlucken.

Das Ayurveda-Bad für eine „Gute Nacht“

Wenn Du lieber abends badest, kannst Du Deinen Ayurveda-Tag mit einer Ayurveda-Bademischung für den Abend abschließen. Gib dazu folgende Mischung in Dein Badewasser:

  • 10 Tropfen Echtes Lavendelöl
  • 10 Tropfen Melisse
  • 10 Tropfen Zimtöl

Wir wünschen Dir mit diesem wohlduftenden und entspannungsfördernden Bad einen schönen Abschluß Deines heimischen Ayurveda-Tages, sowie eine Gute Nacht und angenehme Träume!

Ernährung nach Ayurveda

In der Ayurveda-Ernährungslehre gibt es grundsätzlich sechs Geschmacksrichtungen, welche im gesamten Tagebedarf enthalten sein sollten:

  • Süß ist nährend, stimmungsaufhellend, und beruhigt die Nerven
  • Salzig speichert Wasser im Körper, wirkt erhitzend und verdauungsanregend
  • Scharf wirkt verdauungsfördernd, stark erhitzend, schleimlösend
  • Sauer regt den Appetit an, wirkt verdauungsfördernd
  • Bitter regt den Appetit an, reinigt das Blut, wirkt leicht kühlend
  • Zusammenziehend verdauungsfördernd, wirkt kühlend und trocknend

Ernährungsempfehlungen für Konstitutionstyp Vata

Der Vata-Typ sollte möglichst dreimal täglich eine warme Mahlzeit zu sich nehmen. Viel trinken, bevorzugt: Wasser, frische Obst- und Gemüsesäfte, Buttermilch, Milch und Lassi. Die bevorzugt empfohlenen Geschmacksrichtungen für den Vata-Typ sind: süß, salzig, und sauer.

  • Getreide: Reis (vor allem Vollkorn oder Basmati), Weizen, Dinkel, Grünkern, Quinoa
  • Hülsenfrüchte: gelbe Linsen, frische Sojaprodukte, Tofu, Mungbohnen
  • Gemüsesorten: Kartoffeln, rote Beete, Fenchel, Artischocken, Möhren, Spargel, Gurken, Mais, grüne Bohnen, Tomaten, Broccoli, Kürbis
  • Obstsorten: Bananen, Kischen, Pfirsische, Pflaumen, süße Beeren, frische Feigen, Datteln, Trauben, Rosinen, Birnen, Äpfel, Mangos, Kiwi, Rhababer, Melonen, Avocado, Ananas, Orangen, Limonen, Zitronen, Grapefruit
  • Milchprodukte: Milch, Buttermilch, Frischkäse, Ghee, Butter, Lassi, Joghurt, Sahne, Käse
  • Öle und Fette: Besonders Sesam- und Olivenöl, Ghee
  • Gewürze: Frischer Ingwer, gekochte Zwiebeln, Fenchel, Anis, schwarzer Pfeffer, gekochter Knoblauch, Koriander, Senfkörner, Minze, Nelken, Gelbwurz, Kardamon, Muskat, Kümmel, Paprika, Kreuzkümmel, Chilli, Zimt
  • Kräuter: Rosmarin, Thymian, Majoran, Oregano, Estragon, Petersilie, Kresse, Basilikum, Salbei, Liebstöckel
  • Süßungsmittel: Ahornsirup, Melasse, Rohrzucker, Sirup, Malz
  • Tee: Pfefferminze, Fenchel, Brennnessel, Kamille, Holunder, Mate, Schwarzen Tee (mäßig)

Ernährungsempfehlungen für Konstitutionstyp Pitta

Der Pitta-Typ sollte generell auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten, und ein- bis zweimal monatlich einen Saft-Fasten-Tag einlegen. Die bevorzugt empfohlenen Geschmacksrichtungen sind: süß, bitter, und zusammenziehend.

  • Getreide: Alle Reissorten, Couscous, Hafer, Weizen, Gerste, Amaranth
  • Hülsenfrüchte: Alle Hülsenfrüchte außer rote Linsen, frische Erbsen, Sojaprodukte, grüne Bohnen
  • Gemüsesorten: Gurken, Kartoffeln, Kohl, grüne Blattgemüse, Fenchel, Artischocken, Chicorée, Zucchini, grüne Bohnen, Sellerie, Salate, Kürbis, Spargel, Broccoli
  • Obstsorten: Äpfel, Grantäpfel, Birnen, Trauben, Rosinen, Aprikosen, Datteln, Melonen, Quitten, Mangos, süße Beeren, Feigen
  • Michprodukte: Milch, Frischkäse, Hüttenkäse, Sahne, Ziegenkäse
  • Öle und Fette: Olivenöl, Ghee, Kokosöl, Sojaöl, Walnussöl, Sonnenblumenöl
  • Gewürze: Kreuzkümmel, Koriander, Kardamon, Kümmel, Anis, Selleriesamen, Nelken, Kurkuma oder Gelbwurz, Fenchel, Bockshornkleesamen
  • Kräuter: Lavendel, Eisenkraut, Zitronengras, Dill, Borretsch,
  • Süßungsmittel: Ahornsirup, Fruchtzucker, Reissirup, Malz, Palmzucker
  • Tee: Thymian, Salbei, Minze, Basilikum, Rosmarin, Lorbeer, Majoran

Ernährungsempfehlungen für Konstitutionstyp Kapha

Dem Kapha-Typ wird empfohlen abends warm zu essen, aber nicht allzu mächtig, beispielsweise eine Suppe. Ein Fasten-Tag pro Woche wäre optimal. Die bevorzugt empfohlenen Geschmacksrichtungen sind: scharf, bitter, und zusammenziehend.

  • Getreide: Roggen, Mais, Hirse, Gerste, Amaranth, Quinoa, Basmati-Reis
  • Hülsenfrüchte: gelbe und grüne Erbsen, weiße Bohnen, schwarze Bohnen, gelbe Linsen, Kichererbsen, Adzukibohnen
  • Gemüsesorten: Bittere Gemüsesorten wie Chicorée, Spinat, Kohl, rote Beete, Möhren, Auberginen, Blattsalate, Radischen, Meerettich, Fenchel, Paprika, Tomaten, grüne Bohnen, Stangensellerie
  • Obstsorten: Äpfel, Granatäpfel, Birnen, Beeren, Pfirsische, Mangos, Kakifrüchte, Kirschen, Aprikosen, Dörr- und Trockenobst, Quitten
  • Michprodukte: Ziegenmilch, stark verdünnte Kuhmilch, Lassi, Joghurt
  • Öle und Fette: nur in geringen Mengen: Sonnenblumenöl, Ghee, Maisöl
  • Gewürze: Koriander, Kurkuma oder Gelbwurz, schwarzen Pfeffer, Nelken, Kardamon, Kreuzkümmel, Zimt, Tamarinde, Ingwer, sehr wenig Salz
  • Kräuter: Jasmin, Fenchel, Pfefferminze, Mate, Salbei, Kamille, Eisenkraut,Holunder, Zitronengras
  • Süßungsmittel: Ahornsirup, Honig
  • Tee: Süßholz, Malve, Hagebutte, Limone

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