Aloe vera: Heilkraft aus der Natur – Wirkung und Anwendung

Aloe vera - eine Heilpflanze mit jahrtausendalter Tradition

Aloe vera
Aloe vera ist eine alte Kulturpflanze aus Nordafrika (Bild: 4teach-learn – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Als Ursprungsland der Aloe vera wird oft Südafrika genannt, andere Quellen behaupten diese Pflanze stammt ursprünglich von der Arabischen Halbinsel. Wie dem auch sei. Heute ist sie in allen tropischen und subtropischen Regionen der Welt zu Hause. Es gibt mehr als 300 verschiedene Aloe-Arten. Im Besonderen wird aber vor allem zwei von ihnen wirksame Heilkraft nachgewiesen. Der Aloe vera und der Aloe arborescens.

Die Aloe vera – eine Pflanze mit hoher Wasser-Speicherkapazität

Rein optisch möchte man diese Pflanze eher den Kakteen zuordnen, tatsächlich aber ist sie eine Lilienart. Die wildlebende Aloe vera kann monatelang ohne Regen auskommen. Je länger diese Trockenphase andauert, umso mehr schrumpft die Pflanze. Sobald es wieder regnet, quillt die Pflanze regelrecht auf. So speichert sie das Wasser für die nächste Trockenzeit, in ihren mit Dornen versehenen Blättern. Die umfangreiche Speicherkapazität ist auf die gelartige Struktur, im Inneren der Blätter, zurückzuführen.

Die Geschichte der Aloe vera

Die heute bekannteste Aloe Art ist unbestritten die Aloe vera. Dieser weit verbreitete Pflanzenname ist auf den bedeutenden schwedischen Naturwissenschaftler, Carl von Linne, zurückzuführen. Eine spätere Neuordnung der botanischen Taxonomie, durch den Taxonom Miller, hatte zur Folge, dass die Aloe vera in Aloe barbadensis umbenannt wurde. Bei der Aloe vera und der Aloe barbadensis, handelt es sich also um ein und dieselbe Pflanze. Der Name „Aloe“ stammt aus dem Arabischen und bedeutet „bitter“. Diese Bezeichnung wurde der Pflanze wohl wegen des herben Geschmackes ihrer Blätter vergeben.

Die heilende Kraft der Aloe vera

Die ersten Aufzeichnungen über die heilende Kraft der Aloe vera, wurden in Ägypten vor etwa 5000 Jahren gemacht. Demzufolge verwendete schon Cleopatra den wohltuenenden Saft der Pflanze zur täglichen Schönheits- und Hautpflege. In den Grabstätten der Pharaonen fanden sich in Stein gemeißelte Aloen, was den hohen Stellenwert der Pflanze, auch zu damaliger Zeit, schon zeigt. Es wird vermutet, dass Kolumbus auf seinen Entdeckungsreisen die Pflanze mit sich führte. So gelangte die Aloe vera vermutlich auch über die Jesuitenmönche nach Süd- und Mittelamerika.

Aloe vera
In den Blättern ist der wertvolle Saft enthalten (Bild: punnamjai – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Aloe vera als „Quelle der Jugend“

Die Jesuitenmönche, erkannten ihre heilende Wirkung und so kamen, durch die weitere Verbreitung des Wissens um die Heilkraft der Aloe vera, auch die Maya Indianer mit der Pflanze in Kontakt. Die Maya Indianer bezeichneten den Saft der Aloe vera als die „Quelle der Jugend“. In den asiatischen Ländern war diese Pflanze bereits seit dem 16.Jahrundert für ihre Heilkraft bekannt, und somit Bestandteil vieler medizinischer Behandlungen.

Zu Zeiten von Pfarrer Kneipp, war das Wissen um die Heilkraft dieser Pflanze auch in Europa längst bekannt. Dieser nutzte ihre heilsame Wirkung für entschlackende und entgiftende Prozesse, und insbesondere bei Beschwerden des Verdauungsapparates.

Die Anwendungsgebiete der Aloe vera

Verwendung finden die Wirkstoffe der Aloe vera in zahlreichen Kosmetika, Nahrungsergänzungsmitteln, Lebensmitteln, und auch in Haushaltsprodukten. Grundsätzlich muss man bei der Wahl der Produkte darauf achten, und unterscheiden, ob zur Herstellung das sanfte Gel, oder das stark wirksame, gelbliche Harz verwendet wurde.

Harz und Gel sind in ihrer Wirksamkeit komplett unterschiedlich

Das Gel, welches aus den Blättern der Pflanze gewonnen wird, zeigt seine umfangreiche Heilkraft vor allem auf der Haut. Es wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, schmerzlindernd, befeuchtend, kühlend und reizlindernd. Das Harz, was leicht giftig ist, hat vor allem eine verdauungsfördende und abführende Wirkung.

Die Anwendungsgebiete für das Gel:

Äußerlich: Bei Herpes, unreiner Haut, Brandwunden, Sonnenbrand, Insektenstiche, Neurodermitis, Schuppenflechte, Zahnfleischentzündung, Juckreiz, Ekzeme, und einiges mehr. Innerlich: Sodbrennen, Reizmagen, Reizdarm, Erhöhte Blutfettwerte, Diabetes, zur Stärkung des Immunsystems und weiteres mehr.

Die Anwendungsgebiete für das Harz:

Das Harz (Vorsicht – leicht giftig) wird innerlich bei Verstopfung angewandt.

Aloe vera
Die Aloe vera ist eine sehr vielseitige Pflanze (Bild: PollyDot – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Welche Wirkstoffe sind in den Pflanzenteilen enthalten?

Das Gel ist in den Blättern enthalten. Das Harz stammt aus dem gelben Saft.
Inhaltsstoffe: Wasser, Enzyme, Vitamine, Aminosäuren, Mineralien, Glykoproteine, Anthrazen-und Anthrachinon Derivate und, aber nur im Blattharz: Aloin – ein Glykosid.

Beachte: Wird also das gesamte Blatt in einem Produkt verwendet, dann enthält das Mittel auch das Harz (Aloin), welches stark abführend ist.

Möchten Sie selbst Aloe vera anbauen?

Die Aloe vera ist eine robuste und eher anspruchslose Pflanze. Neben ihrer interessanten Optik, überzeugt sie auch noch mit ihren Heilkräften. Anhänger der Naturheilkunde, sollten sich eine dieser Pflanzen anschaffen. Wie diese Heilpflanze kultiviert und gepflegt wird, dazu hier ein paar Informationen:

Das Pflanzen ist relativ einfach. Damit die Erde nicht zu nass ist, und überschüssiges Wasser gut ablaufen kann, bringen Sie im Pflanzgefäß eine Drainage ein. Setzen Sie die Pflanze vorsichtig, ohne die Blätter zu verletzen, in das Pflanzgefäß. Sollten die Blätter beim Einpflanzen beschädigt werden, läuft wertvoller Saft aus den „Wunden“ und es bleiben Narben zurück.

Die Pflanze wächst stammlos, sprossend, und bildet eine Rosette. Die Blätter werden in etwa 40 bis 50 cm lang, und circa 6 bis 7 cm breit. An den Blatträndern bilden sich feste Zacken.Die Blätter sind graugrün, manchmal auch einen Hauch rötlich. Da die Aloe vera ziemlich schnell wächst, sollte sie regelmäßig (circa alle 2-3 Jahre) umgetopft werden.

Das Umtopfen sollte wieder sehr vorsichtig geschehen, ohne die Blätter zu verletzen. Nach dem Umtopfen die Pflanze wieder gut wässern, jedoch Staunässe vermeiden. Ist die Pflanze frisch umgetopft, verändert die Aloe vera manchmal die Farbe ins leicht bräunliche, und auch die Blätter wirken anfänglich etwas dünner. Dies ist aber nur dem Eingewöhnungsprozeß geschuldet. Nach einiger Zeit gibt sich das, und Ihre Pflanze sieht wieder aus wie gewohnt.

Beim Umtopfen ist die Gelegenheit auch Ableger (Seitentriebe) zur Vermehrung zu lösen.

Aloe vera
Ableger neu einpflanzen (Bild: unsplash – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Das Pflanzgefäß sollte möglichst schwer, und mit sicherer Standfestigkeit sein. Da die Rosetten der Aloe vera meist nicht gerade nach oben wachsen, kommt es manchmal seitlich zu Übergewicht, und dann fallen zu schmale Töpfe um. Dabei erleiden die Blätter oft Schaden, und brechen ab.

Das Pflanzsubtrat sollte aus einer möglichst trockenen, kalkhaltigen Erdmischung bestehen. Da es eine Wüstenpflanze ist, sollte diese Erdmischung nährstoffarm sein. In Gärtnerein gibt es auch fertige Kakteen-oder Sukkulentenerden.

Der Standort der Aloe vera erklärt sich gemäß ihrer Herkunft. Sie mag es also warm uns sonnig. Dennoch die Pflanze immer erst langsam an die Sonne gewöhnen. Besonders junge Pflanzen stehen lieber erst einmal im Halbschatten. Im Sommer können Sie die Pflanze draußen, alledings vor Wind und Regen geschützt, aufstellen.

Das Gießen der Aloe vera sollte immer nur um den Stamm herum, direkt auf die Erde erfolgen. Um Fäulnis zu vermeiden, niemals in die Blattrosette, oder über die Blätter gießen. Staunässe gilt es unbedingt zu vermeiden, da die Pflanze das Wasser sehr lange in ihren Blättern speichern, und davon zehren kann. Also im Zweifel besser zu wenig, als zuviel gießen. Hat die Pflanze ihre Wasservorräte aufgebraucht, erkennt man das an schlaffen Blättern.

Düngen sollten Sie die Pflanze im Sommer, während der Wachstumsphase, alle zwei bis vier Wochen mit Spezialdünger für Sukkulenten. Möchten Sie die Pflanze zu medizinischen Zwecken nutzen, dann sollten Sie auf jeden Fall nur Biodünger verwenden.

Schneiden ist nicht notwendig. Möchten Sie die Blätter zu medizinischen Zwecken verwenden, können Sie diese natürlich, möglichst fachgerecht, entfernen. Um das Gel zu gewinnen, können Sie dazu die äußersten Blätter, vorsichtig mit einem scharfen Messer, an der Basis abtrennen.

Zum Vermehren bildet die Pflanze reichlich Ableger (Seitentriebe) aus. Diese können leicht, ohne Wurzel, von der Mutterpflanze abgetrennt, und neu eingetopft werden. Lassen Sie die Ableger circa zwei Tage an trockener Luft lagern, damit die Schnittwunde gut trocknet. Dann können Sie die Ableger in ein geeignetes Gefäß, mit dem passenden Pflanzensubstrat, einpflanzen, und gut wässern.

Aloe vera
Aloe vera in freier Natur (Bild: 75 Eisbaer – Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Bis zum Ernten der Aloe vera Bedarf es circa drei bis vier Jahre Geduld. Diese Zeit ist nötig, damit sich die wertvollen Wirkstoffe vollständig ausbilden können. Geerntet werden immer die Außenblätter. Schneiden Sie diese mit einem scharfen Messer direkt am Stamm ab. Waschen Sie die geernteten Blätter, und stellen Sie diese für circa zwei Stunden senkrecht in ein Gefäß, damit der wertvolle Saft herauslaufen kann.

Von Krankheiten ist die Aloe vera eher selten betroffen. Wenn es doch der Fall sein sollte, liegt die Ursache meist im zu reichlichen wässern der Pflanze, und der daraus resultierenden Wurzelfäule. Ist die Wurzelfäule eingetreten, dann ist die Pflanze in der Regel nicht mehr zu retten.

Schädlingsbefall kann auch die Aloe vera treffen. Zu fürchten wären da zum Beispiel die Wollläuse. Wollläuse bilden an den Ansätzen der Blätter weiße Nester, und entziehen der Pflanze die Kraft, indem sie den Pflanzensaft absaugen.

Vorallem, wenn Sie die Blätter zu medizinischen Zwecken verwenden wollen, sollten Sie auf chemische Vernichtungsmittel verzichten. Am Besten, entfernen Sie die Läuse und wischen die Blätter, mit einem in Alkohol getränkten, Wattebausch ab. Diesen Vorgang können Sie, wenn nötig, auch mehrfach wiederholen.

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