Aids: Anti-HIV Pille ist in der EU zugelassen

Eine Pille zur Vorbeugung vor HIV-Infektionen, vor allem für Risikogruppen

Aids
HIV-Infektionen mit einer Pille vorbeugen (Bild: bykst - Pixabay.com - CC0 Public Domain)

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) lebten gegen Ende 2014 ca. 83.400 Menschen mit HIV/AIDS in Deutschland. Auch wenn sich inzwischen eine HIV-Infektion, hierzulande, mit den dafür entsprechenden Medikamenten jahrzehntelang im Zaum halten lässt, ist Aids aktuell nicht heilbar. Der Anteil der Infizierten, welche sich medikamentös gegen das Virus behandeln lassen, ist in den letzten Jahren gestiegen. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen im Jahr 2014 wird vom Robert Koch Institut auf 3.200 geschätzt.

Pille gegen HIV-Infektion ist in der EU zugelassen

Ein Medikament des US-Herstellers Gilead mit dem Namen „Truvada“ wurde nunmehr von der EU-Kommission zugelassen. Das Medikament soll vor einer Ansteckung mit dem Erreger schützen, und zukünftig prophylaktisch gegen HIV-Infektionen verschrieben werden. Die Zielgruppe für dieses Medikament sind vor allem homosexuelle Männer, welche immer noch das größte Risiko für eine Ansteckung und Übertragung des Virus haben.

Studien aus Frankreich und Großbritanien zeigten, dass die HIV-Ansteckungen unter homosexuellen Männern um 86 Prozent sanken, nahmen die Männer vorbeugend das Medikament Truvada ein. So ist der Schutz vor Übertragung des Erregers, bei verlässlicher, täglicher Einnahme, ähnlich wie die durch Verwendung eines Kondoms.

Finanzierung der Anti-HIV-Pille

Wer die Kosten für das Medikament, welche momentan bei circa € 800 pro Monat liegen, übernehmen soll, ist derzeit noch völlig im Unklaren. Mit einer Kostenübernahme der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ist voraussichtlich nicht zu rechnen. Individuelle sexuelle Vorlieben können nicht zur Zuständigkeit der Gesetzlichen Krankenkassen werden. Zudem besteht mit dem Kondom eine wesentlich günstigere Methode einer Ansteckung vorzubeugen, so lassen erste Stimmen aus der GKV verlauten.

Wo bestehen die größten Ansteckungsrisiken einer HIV-Infektion

Man muss bei normalen sozialen Kontakten mit HIV-Infizierten keine Angst vor Ansteckung haben, diese sind ungefährlich. HIV wird am häufigsten durch sexuelle Kontakte übertragen. Dabei birgt jeder ungeschützte Geschlechstverkehr, egal ob homo-, bi-, oder heterosexuell, ein Risiko. Wer nur mit dem Speichel, wie beispielsweise beim Küssen in Kontakt kommt, muss keine Ansteckung befürchten, da Speichel nicht infektiös ist.

Der verlässlichste Schutz vor einer HIV-Infektion sind Kondome, auch beim Oralverkehr. Zudem schützen Kondome nicht nur vor einer HIV-Infektion, sondern auch vor anderen, sexuell übertragbaren Krankheiten wie Tripper, Syphilis, Pilzinfektionen, Feigwarzen oder Herpes. In den letzten Jahren sind die Fälle von, beispielsweise Syphilis-Infektionen, stark gestiegen.

Dies könnte nicht zuletzt an der verstärkten Nutzung von Internet-Dating-Portalen liegen, welche das Sexualverhalten beeinflussen. Die Bundesregierung warnt daher vor allem vor einer neuen, potentiell gefährdeten Gruppe von Konsumenten.

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